Omphalozele und Gastroschisis
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- Synonyme
- Omphalozele, Gastroschisis, Bauchwanddefekt, Nabelschnurbruch
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Fetus & Pränatalmedizin
- Bilder
- Sonographie 5
- Prüfungsrelevanz
- 10 von 197 Protokollen · Rang 66
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (5)
Sonographie
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Sonographie
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SonographieDefinition
Charakteristika der Defekte
- Bei einer Omphalozele handelt es sich um einen mittellinigen Defekt, bei dem der Bruchsack von Amnion und Peritoneum bedeckt ist und die Nabelschnur am Sack inseriert.
- Die Gastroschisis ist typischerweise ein paraumbilikaler Defekt ohne Bruchsack, bei dem Darmschlingen frei im Fruchtwasser flottieren.
- Die kleine Variante der Omphalozele wird als Nabelschnurhernie bezeichnet.
- Die Omphalozele ist ein Vorfall von Baucheingeweiden durch einen Mittelliniendefekt an der Basis des Nabels; die Organe sind von einer dünnen Membran bedeckt und reichen von wenigen Darmschlingen bis zu Magen und Leber.
- Die Gastroschisis ist ein paraumbilikaler Bauchwanddefekt in voller Wanddicke, meist rechts des Nabelschnuransatzes, mit Vorfall von Darm ohne bedeckende Membran.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Gastroschisis tritt bei etwa 1 von 2500 Lebendgeburten auf und ist häufiger als die Omphalozele, deren Inzidenz bei etwa 2 bis 3 auf 10.000 Lebendgeburten liegt.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Begleitfehlbildungen
- Bei der Omphalozele bestehen in etwa zwei Dritteln weitere Fehlbildungen, etwa Darmatresien, Chromosomenstörungen (Trisomie 18, 13 und 21), Herz- und Nierenfehlbildungen oder ein Beckwith-Wiedemann-Syndrom.
- Die Gastroschisis ist dagegen selten mit genetischen Syndromen verbunden; nur etwa 10 % haben Fehlbildungen außerhalb des Gastrointestinaltrakts, gastrointestinale Begleitanomalien wie Malrotation und Darmatresie finden sich in bis zu einem Viertel.
Klinik
Assoziationen und weitere Diagnostik
- Im Gegensatz zur Omphalozele sind bei einer Gastroschisis Chromosomenanomalien selten.
Klinik und Komplikationen
- Bei der Gastroschisis führt der direkte Kontakt mit dem Fruchtwasser zu einer chemischen Peritonitis mit ödematöser, verbackener Darmwand und fibrinöser Auflagerung, die später Fibrose, Motilitätsstörung oder Obstruktion verursachen kann; als komplex gilt sie bei Atresie, Stenose, Perforation, Nekrose, Malrotation oder Volvulus.
- Kinder mit Gastroschisis sind häufig wachstumsretardiert.
Diagnostik
Differenzierung im ersten Trimenon
- Eine physiologische Mitteldarmherniation ist bis etwa zur 11. bis 12. SSW ein Normalbefund.
- Ein echter Bauchwanddefekt bildet sich im Verlauf der Schwangerschaft nicht zurück.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Omphalozele): An der vorderen Bauchwand wölbt sich mittelständig ein Bruchsack vor, der von einer feinen, echoreichen Membran überzogen ist. Die Nabelschnur setzt an der Kuppe des Sacks an; der Inhalt bleibt glatt begrenzt und flottiert nicht frei.
- Sonographie (Omphalozele): Vor der Bauchwand liegt eine rundliche, scharf begrenzte Vorwölbung mit glatter Oberfläche. Der Nabelschnuransatz sitzt mittig auf dieser Vorwölbung, der Inhalt ist von einer dünnen Membran umschlossen.
- Die Omphalozele wird im routinemäßigen pränatalen Ultraschall erkannt; die Gastroschisis typischerweise im Ultraschall um die 20. SSW mit frei im Fruchtwasser flottierenden Darmschlingen.
- Bei der Gastroschisis ist das mütterliche Serum-Alpha-Fetoprotein erhöht.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.