Fetale Anämie
Prüfungsrelevanz: in 9 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 75
- Synonyme
- ACM-PSV, sinusoidales CTG
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Fetus & Pränatalmedizin
- Bilder
- Sonographie 1 · CTG 4 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 9 von 197 Protokollen · Rang 75
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (6)
Sonographie
CTG
CTG
CTG
CTGDefinition
- Fetale Anämie bezeichnet eine Verminderung des fetalen Hämoglobins unter den für das Gestationsalter erwarteten Wert.
Ätiopathogenese
Ursachen
- Führend ist eine schwere fetale Anämie.
- Klassische Auslöser sind Parvovirus B19, fetomaternale Transfusion.
- Ein pseudosinusoidales Muster kommt nach Opioidgabe (z. B. Pethidin) vor und ist kürzer, unregelmäßiger und von Akzelerationen unterbrochen.
Ätiologie
- Wichtigste immunologische Ursache ist die Alloimmunisierung: Eine Rh-negative Mutter bildet nach Kontakt mit Rh-positiven fetalen Erythrozyten Antikörper, die in Folgeschwangerschaften die Plazenta passieren und fetale Erythrozyten zerstören.
- Auch Antikörper gegen andere Blutgruppensysteme wie Kell, Duffy, Kidd oder Cc und Ee können eine hämolytische Erkrankung auslösen; Anti-Kell-Antikörper unterdrücken zusätzlich die Erythropoese im Knochenmark.
- Parvovirus B19 befällt fetale Gewebe mit P-Antigen-Rezeptor, darunter blutbildende Zellen; Feten im ersten und zweiten Trimenon sind besonders gefährdet, da sich die Erythrozytenvorläufer vor allem in dieser Zeit entwickeln.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Die fetale Anämie kann zu Hypalbuminämie, Herzinsuffizienz mit hohem Auswurf, Hydrops fetalis und intrauterinem Fruchttod führen; sonografische Hydropszeichen sind Aszites, Hautödem, Pleura- und Perikarderguss.
- Postnatal stehen bei hämolytischer Ursache Ikterus und Hyperbilirubinämie bis zum Kernikterus im Vordergrund.
Diagnostik
Die zweite Rolle der ACM: Anämiediagnostik
- Unabhängig vom PI ist die maximale systolische Geschwindigkeit (PSV) in der ACM der entscheidende Marker für eine fetale Anämie.
- Anlässe zur Anämiediagnostik sind z. B. eine Rhesus-Inkompatibilität, eine Parvovirus-B19-Infektion oder TAPS beim anämischen Donor-Zwilling.
Wie es aussieht
- Das sinusoidale Muster ist glatte, sinusförmige Linie ohne Variabilität.
- Amplitude und Frequenz liegen bei 5–15 bpm und 3–5 Zyklen/Minute.
- Als Kriterium gilt eine Dauer von mindestens 30 Minuten; Akzelerationen fehlen vollständig.
- Nach FIGO ist das sinusoidale Muster unmittelbar als pathologisch einzustufen.
Typische Bildbefunde
- CTG (Sinusoidales Muster): Die Kurve läuft in gleichmäßigen, glatten Wellen um 130–140 Schläge, mit regelmäßiger Frequenz von etwa drei bis fünf Wellen pro Minute und gleichbleibender Amplitude. Kurzzeitvariabilität und Akzelerationen fehlen vollständig; das Muster hält über viele Minuten an.
- CTG (Sinusoidales Muster): Um eine Grundlinie von etwa 150 pro Minute läuft eine gleichförmige, wellenförmige Schwingung ohne jede Unregelmäßigkeit. Akzelerationen fehlen, die Wehenkurve zeigt nur unregelmäßige kleine Ausschläge.
- Nichtinvasiv wird die maximale systolische Flussgeschwindigkeit der A. cerebri media gemessen; ab der 18. SSW spricht ein Wert über 1,5 MoM stark für eine mittelgradige bis schwere fetale Anämie.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- StatPearls: Hemolytic Disease of the Fetus and Newborn (NCBI Bookshelf)
- MSD Manual (Profi-Ausgabe): Hemolytic Disease of the Fetus and Neonate
- J Pers Med 2024: Parvovirus B19 Infection and Pregnancy – Review of the Current Knowledge (PMC, Open Access)
- DocCheck Flexikon, Arteria cerebri media
- DocCheck Flexikon, Kardiotokographie
Querverweise
Weitere Themen: Fetus & Pränatalmedizin
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.