Fetale Hypoxie und Azidose
Prüfungsrelevanz: in 10 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 66
- Synonyme
- fetale Azidose, fetaler Sauerstoffmangel, pathologisches CTG
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Fetus & Pränatalmedizin
- Bilder
- CTG 8
- Prüfungsrelevanz
- 10 von 197 Protokollen · Rang 66
- In der App
- 3 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (8)
CTG
CTG
CTG
CTG
CTG
CTG
CTG
CTGDefinition
- Perinatale Asphyxie ist ein Mangel an Durchblutung oder Gasaustausch des Feten unmittelbar vor, während oder nach der Geburt.
- Bei partiellem Sauerstoffmangel spricht man von Hypoxie, bei vollständigem von Anoxie; es folgen fortschreitende Hypoxämie und Hyperkapnie.
Einteilung
CTG-Kategorien nach FIGO
- Normal heißt: Baseline 110–160, Var. 5–25, keine repet. Dez..
- Suspekt heißt: ein Normalitätsmerkmal fehlt, ohne Pathologie.
- Pathologisch ist ein CTG bei Baseline <100, Var. <5/>25, Sinusoid./repet. Dez..
- „Repetitiv" bedeutet, die Dezeleration tritt bei >50 % der Wehen.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathophysiologie
- Ursache ist eine gestörte Durchblutung oder ein gestörter Gasaustausch über die Plazenta vor der Geburt oder über die Lunge nach der Geburt; die Minderversorgung betrifft Gehirn, Herz, Leber und Muskulatur.
Klinik
- Zeichen der Enzephalopathie sind Hypotonie, auffällige Okulomotorik oder Pupillenreaktion, schwacher oder fehlender Saugreflex, Apnoe, Hyperpnoe und Krampfanfälle; die MRT zeigt charakteristische Befunde.
Diagnostik
Dezelerationen
- Eine Dezeleration ist ein Abfall der Herzfrequenz um ≥ 15 bpm für ≥ 15 s.
- Späte Dezelerationen beginnen nach dem Wehengipfel und sprechen für uteroplazentare Insuffizienz.
Baseline
- Die Baseline ist mittlere FHF über ≥10 min, ohne Akz./Dez..
- Normal sind 110–160 bpm; mit zunehmendem Gestationsalter sinkt sie physiologisch.
- Fetale Tachykardie über 160 bpm: Ursachen sind Fieber, Triple I, Betamimetika, Anämie, Hypoxie.
Bradykardie
- Eine Baseline unter 110 bpm ist suspekt, unter 100 bpm pathologisch.
Variabilität
- Die Bandbreite der Oszillation ist normal bei 5–25 bpm.
- Ein silentes Muster unter 5 bpm über mehr als 50 Minuten ist pathologisch.
- Ein saltatorisches Muster über 25 bpm für mehr als 30 Minuten gilt als pathologisch.
Typische Bildbefunde
- CTG (Späte Dezelerationen): Die Grundfrequenz liegt bei 125 bis 130 pro Minute. Im Anschluss an mehrere Wehen fällt die Herzfrequenz verzögert bis unter 100 pro Minute ab und kehrt erst nach der Wehe wieder zur Ausgangslinie zurück. Die Einsenkungen sind flach, gleichförmig und wiederholen sich.
- CTG (Späte Dezelerationen): Die Grundfrequenz liegt bei etwa 160 pro Minute, die Bandbreite ist erhalten. Nach jeder Wehe fällt die Herzfrequenz verzögert ab; der Tiefpunkt liegt deutlich hinter dem Wehengipfel und die Erholung zieht sich bis nach dem Wehenende hin.
- CTG (Prolongierte Dezeleration): Nach zunächst normaler Baseline fällt die Kurve steil ab und bleibt tief unter dem Ausgangsniveau, ohne sich innerhalb der dargestellten Minuten zu erholen. Der Abfall ist nicht an eine einzelne Wehe gekoppelt und dauert deutlich länger als eine typische Dezeleration.
- CTG (Prolongierte Dezeleration): Nach einem zunächst normalen Abschnitt fällt die Herzfrequenz steil ab und bleibt für mehrere Minuten deutlich unter der Grundlinie, bevor sie sich langsam wieder erholt. Der Abfall ist nicht an eine einzelne Wehe gekoppelt und dauert länger als zwei Minuten.
- Im CTG beträgt die normale Basalfrequenz 110 bis 160/min und die normale (moderate) Variabilität 6 bis 25/min; eine Basalfrequenz über 160/min gilt als Tachykardie, unter 110/min als Bradykardie.
- Kategorie III ist mit fetaler Azidämie assoziiert: fehlende Variabilität zusammen mit rezidivierenden späten oder variablen Dezelerationen oder Bradykardie, außerdem ein sinusoidaler Kurvenverlauf.
- Die Interpretation ist stark untersucherabhängig; in einer Studie bewerteten Geburtshelfer CTG-Kurven nur in 29 % übereinstimmend.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.