Anenzephalie

Prüfungsrelevanz: in 4 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 111

Synonyme
Akranie, Exenzephalie
Fachgebiet
Geburtshilfe · Fetus & Pränatalmedizin
Bilder
Sonographie 2
Prüfungsrelevanz
4 von 197 Protokollen · Rang 111
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Anenzephalie – Sonographie: Akranie/Exenzephalie im 1. Trimenon (13+2 SSW)Sonographie
Akranie/Exenzephalie im 1. Trimenon (13+2 SSW)Bild: Korniluk M, Korniluk A, Szewczyk G. (Journal of clinical medicine, 2026) · CC BY 4.0 · Quelle
Anenzephalie – Sonographie: Anenzephalie/Akranie in der 12+4 SSWSonographie
Anenzephalie/Akranie in der 12+4 SSWBild: Ungureanu DR, Drăgușin RC, Căpitănescu RG, Zorilă L, Ofițeru AMI, Marinaș C, Pătru CL, Comănescu AC, Comănescu MC, Sîrbu OC, Vrabie MS, Dijmărescu LA, (Brain sciences, 2023) · CC BY 4.0 · Quelle
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Definition

  • Die Anenzephalie ist eine Entwicklungsstörung, bei der die Schädelkalotte fehlt und das Gehirn größtenteils oder vollständig nicht angelegt ist; Hirnstamm, Kleinhirn und Dienzephalon sind meist vorhanden.
  • Sie gehört zu den Neuralrohrdefekten und entsteht durch fehlenden Verschluss des rostralen Neuralrohrendes; der Verschluss des kaudalen Endes bleibt bei der Spina bifida aus.

Einteilung

  • Unterschieden werden Meroakranie (Foramen magnum nicht einbezogen), Holoakranie (Defekt über das Foramen magnum hinaus) und Holoakranie mit Rhachischisis bei gleichzeitiger Spina bifida.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Das Neuralrohr bildet sich in der 4. Entwicklungswoche; der kraniale Neuroporus schließt sich um den 25. Tag, der kaudale etwa zwei Tage später.
  • Bleibt der rostrale Neuroporus offen, entsteht zunächst eine Exenzephalie; ohne schützende Kalotte degeneriert das Hirngewebe, der Hirnstamm bleibt erhalten (Akranie-Exenzephalie-Anenzephalie-Sequenz).
  • Die Entstehung ist multifaktoriell; einer der wichtigsten Ernährungsfaktoren ist der Folatmangel, hinzu kommen Antiepileptika und übermäßige Vitamin-A-Zufuhr über einen Folsäureantagonismus; Valproat gilt als am stärksten teratogen.
  • Weitere mütterliche Faktoren sind Diabetes, Adipositas, Exposition gegenüber Toxinen, eine positive Familienanamnese für Neuralrohrdefekte sowie hohes Fieber oder Hyperthermie (Sauna, heißes Bad) in der Frühschwangerschaft.

Klinik

Klinik und Komplikationen

  • Die Anenzephalie ist nicht mit dem Leben vereinbar: Die Sterblichkeit beträgt 100 Prozent, intrauterin oder innerhalb von Stunden bis Tagen nach der Geburt.
  • Bei 12 bis 25 Prozent liegen weitere strukturelle Fehlbildungen vor.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Sonographie (Anenzephalie (Akranie)): Im Sagittalschnitt ist der Rumpf regelrecht entwickelt, über den Orbitae fehlt jedoch die echoreiche Begrenzung der Kalotte. Das Hirngewebe stellt sich unregelmäßig und ohne umgebende Knochenschale dar.
  • Sonographie (Anenzephalie (Akranie)): Über der fetalen Gesichtsebene fehlt die knöcherne Schädelkalotte vollständig. Das Hirngewebe liegt ungeschützt dem Schädelbasisniveau auf und flottiert im Fruchtwasser; die Kopfkontur endet abrupt oberhalb der Orbitae.
  • Im Ultraschall des ersten Trimenons wird die Anenzephalie heute praktisch immer erkannt; transvaginal zeigen sich die Akranie und eine unterschiedlich ausgeprägte Hirndegeneration.
  • Das nach der Scheitel-Steiß-Länge bestimmte Gestationsalter liegt bei betroffenen Feten im Mittel etwa zwei Wochen unter dem erwarteten.
  • Bei der Anenzephalie sind die Großhirnhemisphären durch Massen aus Binde- und Gefäßgewebe ersetzt.
  • Ein erhöhtes Alpha-Fetoprotein im mütterlichen Serum weist auf eine offene Spina bifida, eine Anenzephalie oder einen Bauchwanddefekt hin.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Anenzephalie mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. StatPearls: Embryology, Anencephaly (NCBI Bookshelf)
  2. Rom J Morphol Embryol 2020: The etiopathogenic and morphological spectrum of anencephaly – a comprehensive review (PMC, Open Access)
  3. MSD Manual (Profi-Ausgabe): Noninvasive Prenatal Fetal Screening Tests

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.