Fetale Nierenfehlbildungen
Prüfungsrelevanz: in 2 von 197 Prüfungsprotokollen · Rang 144
- Fachgebiet
- Geburtshilfe · Fetus & Pränatalmedizin
- Bilder
- Sonographie 1 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Sonographie
Definition
- Angeborene Fehlbildungen von Nieren und ableitenden Harnwegen reichen von der Nierenagenesie über zystische Nierenerkrankungen bis zu Obstruktionen des Harntrakts.
- Die Potter-Sequenz beschreibt die Folgen einer verminderten Fruchtwassermenge unabhängig von der Ursache; beim Potter-Syndrom entsteht das Oligohydramnion durch Nierenagenesie oder -funktionsstörung.
Einteilung
- Klassisch liegt beim Potter-Syndrom eine beidseitige Nierenagenesie vor; Typ I geht mit autosomal-rezessiver polyzystischer Nierenerkrankung, Typ II mit Nierendysplasie, Typ III mit autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung und Typ IV mit Obstruktion von Ureter oder Nierenbecken und Hydronephrose einher.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Urethralklappen kommen ausschließlich beim männlichen Geschlecht vor und sind im Kindesalter die häufigste Ursache einer Harntraktobstruktion und einer obstruktiv bedingten chronischen Nierenerkrankung.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathophysiologie
- Da der fetale Urin zur Fruchtwassermenge beiträgt, führen fehlende Urinproduktion oder eine schwere Harnröhrenobstruktion zum Oligohydramnion, das eine Lungenhypoplasie mit pulmonaler Hypertonie verursacht.
- Urethralklappen sind obstruierende Schleimhautfalten in der hinteren Harnröhre am Colliculus seminalis; der häufigste Typ I (95 %) gilt als Rest des Wolff-Gangs.
Klinik
Klinik und Komplikationen
- Das Potter-Syndrom ist nicht mit dem Leben vereinbar: Die Lungenhypoplasie führt innerhalb einer Stunde nach der Geburt zu Atemnot; daneben bestehen typische Gesichts- und Extremitätenveränderungen.
- Urethralklappen reichen von asymptomatischen bis zu nicht lebensfähigen Formen; Komplikationen sind Harnverhalt, Hydroureteronephrose, vesikoureteraler Reflux, Niereninsuffizienz und in schweren Fällen eine Lungenhypoplasie bis zum perinatalen Tod.
Diagnostik
- Urethralklappen werden oft im routinemäßigen pränatalen Ultraschall vermutet, etwa bei schwerer beidseitiger Hydroureteronephrose oder Oligohydramnion; postnatal wird die Diagnose durch eine Miktionszystourethrografie bestätigt.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.