Androgenresistenz (komplette Androgeninsensitivität)
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
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- Schema 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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SchemaDefinition
- Das Androgeninsensitivitätssyndrom ist eine Störung der Geschlechtsentwicklung bei Karyotyp 46,XY durch eingeschränkte Funktion des Androgenrezeptors; bei der kompletten Form (CAIS) besteht ein typisch weiblicher Phänotyp bei funktionierenden Hoden.
Einteilung
- Man unterscheidet die komplette Form (CAIS), die partielle Form (PAIS) mit unterschiedlich ausgeprägter Untervirilisierung und die milde Form (MAIS) mit männlichem Genitale, Infertilität und/oder Gynäkomastie.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die komplette Form betrifft etwa 2 bis 5 von 100 000 weiblichen Neugeborenen; die partielle Form gilt als mindestens ebenso häufig.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Pathogenese
- Ursache sind inaktivierende Mutationen im Androgenrezeptor-Gen auf dem X-Chromosom (Xq11-12) mit X-chromosomal-rezessivem Erbgang; etwa 30 % der Fälle beruhen auf Neumutationen.
- Die Hoden bilden Anti-Müller-Hormon, sodass sich Uterus, Zervix und oberer Vaginalanteil zurückbilden; die Brustentwicklung in der Pubertät entsteht durch Aromatisierung von Androgenen zu Östrogenen bei fehlender Androgenwirkung.
Klinik
- Typisch ist eine primäre Amenorrhö bei normaler Brustentwicklung, fehlender oder spärlicher Scham- und Achselbehaarung und blind endender Vagina ohne Uterus.
- Im Kindesalter fallen die Hoden häufig im Rahmen einer ein- oder beidseitigen Leistenhernie auf; zudem besteht ein Risiko für Keimzelltumoren der Gonaden, das vor der Pubertät gering ist.
Diagnostik
- Hormonell finden sich ein erhöhtes LH bei normalem bis erhöhtem Testosteron und meist normalem FSH; das Östradiol ist nach der Pubertät für den männlichen Referenzbereich normal oder leicht erhöht.
- Die Diagnose stützt sich auf Klinik, Hormonbefunde, den Karyotyp 46,XY und die Sequenzierung des AR-Gens.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Endokrinologie & Zyklus
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.