Androgenresistenz (komplette Androgeninsensitivität)

Fachgebiet
Gynäkologie · Endokrinologie & Zyklus
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Schema 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Diagnostik
  8. Weiterlernen in der App
  9. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Androgenresistenz (komplette Androgeninsensitivität) – Schema: Schema: Quigley-Skala der Androgenresistenz – Grad 1 (minimal) bis 6/7 (komplett, CAIS) mit zunehmend weiblichem äußeren Genitale; bei CAIS (Grad 7) unauffällig weibliches Genitale ohne …Schema
Schema: Quigley-Skala der Androgenresistenz – Grad 1 (minimal) bis 6/7 (komplett, CAIS) mit zunehmend weiblichem äußeren Genitale; bei CAIS (Grad 7) unauffällig weibliches Genitale ohne …Bild: Jonathan.Marcus (Wikimedia Commons) · CC BY-SA 3.0 · Quelle

Definition

  • Das Androgeninsensitivitätssyndrom ist eine Störung der Geschlechtsentwicklung bei Karyotyp 46,XY durch eingeschränkte Funktion des Androgenrezeptors; bei der kompletten Form (CAIS) besteht ein typisch weiblicher Phänotyp bei funktionierenden Hoden.

Einteilung

  • Man unterscheidet die komplette Form (CAIS), die partielle Form (PAIS) mit unterschiedlich ausgeprägter Untervirilisierung und die milde Form (MAIS) mit männlichem Genitale, Infertilität und/oder Gynäkomastie.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die komplette Form betrifft etwa 2 bis 5 von 100 000 weiblichen Neugeborenen; die partielle Form gilt als mindestens ebenso häufig.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Pathogenese

  • Ursache sind inaktivierende Mutationen im Androgenrezeptor-Gen auf dem X-Chromosom (Xq11-12) mit X-chromosomal-rezessivem Erbgang; etwa 30 % der Fälle beruhen auf Neumutationen.
  • Die Hoden bilden Anti-Müller-Hormon, sodass sich Uterus, Zervix und oberer Vaginalanteil zurückbilden; die Brustentwicklung in der Pubertät entsteht durch Aromatisierung von Androgenen zu Östrogenen bei fehlender Androgenwirkung.

Klinik

  • Typisch ist eine primäre Amenorrhö bei normaler Brustentwicklung, fehlender oder spärlicher Scham- und Achselbehaarung und blind endender Vagina ohne Uterus.
  • Im Kindesalter fallen die Hoden häufig im Rahmen einer ein- oder beidseitigen Leistenhernie auf; zudem besteht ein Risiko für Keimzelltumoren der Gonaden, das vor der Pubertät gering ist.

Diagnostik

  • Hormonell finden sich ein erhöhtes LH bei normalem bis erhöhtem Testosteron und meist normalem FSH; das Östradiol ist nach der Pubertät für den männlichen Referenzbereich normal oder leicht erhöht.
  • Die Diagnose stützt sich auf Klinik, Hormonbefunde, den Karyotyp 46,XY und die Sequenzierung des AR-Gens.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Androgenresistenz (komplette Androgeninsensitivität) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MedlinePlus Genetics: Androgen insensitivity syndrome (U.S. National Library of Medicine)
  2. Androgen insensitivity syndrome: a review (Arch Endocrinol Metab 2018, PubMed Central)
  3. Complete Androgen Insensitivity Syndrome: From Bench to Bed (Int J Mol Sci 2021, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.