Naevus anaemicus

Synonyme
Nävus anämicus, Nevus anemicus, pharmakologischer Nävus, pharmacological naevus
Fachgebiet
Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
Bilder
Klinik 1
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4 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Differenzialdiagnosen
  8. Weiterlernen in der App
  9. Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Naevus anaemicus – klinisches Foto: unregelmäßig begrenzter, blasser (hypopigmentiert wirkender) Fleck am Bein eines Mannes, der sich nicht durch Reiben rötet
unregelmäßig begrenzter, blasser (hypopigmentiert wirkender) Fleck am Bein eines Mannes, der sich nicht durch Reiben rötetBirthmarkshare, „Nevus anemicus", Public Domain, via Wikimedia Commons · Public domain · Quelle

Definition

Der Naevus anaemicus ist eine angeborene, umschriebene Gefäßanomalie: ein blasser Hautbezirk mit histologisch normaler Haut, dessen Blässe auf einer dauerhaften Gefäßverengung beruht. Wegen der veränderten Gefäßreaktion wird er auch als „pharmakologischer Nävus“ bezeichnet.

Vorkommen & Epidemiologie

Meist wird er in der frühen Kindheit bemerkt, ist aber vermutlich schon bei Geburt vorhanden; er kommt bei allen Ethnien vor und wird bei Frauen häufiger berichtet. Gehäuft tritt er bei Neurofibromatose Typ 1 auf (Prävalenz bei Kindern mit NF1 je nach Studie 8,8–51 %, bei jüngeren häufiger) sowie bei der Phakomatosis pigmentovascularis.

Ätiopathogenese

Die Gefäße im Herd reagieren überempfindlich auf zirkulierende Katecholamine; über α-adrenerge Rezeptoren kommt es zur anhaltenden Vasokonstriktion. In einer Transplantationsstudie lag der Defekt im Gewebe des Nävus selbst („donor dominance“).

Klinik

  • Meist einzelner, beschwerdefreier, blasser Fleck, rund, oval oder linear, oft mit kleinen Satellitenflecken; eine mosaikartige Form mit mehreren Herden wirkt netzartig.
  • Bevorzugt am Rumpf, bei NF1 vor allem an der vorderen Brustwand und oft multipel; jede Körperstelle möglich.
  • Nach Reiben rötet sich der Herd nicht, während die Umgebung rot wird.
  • Gelegentlich benachbarte weitere Gefäßanomalien, z. B. ein Naevus flammeus.
  • Bleibt lebenslang unverändert.

Diagnostik

  • Blickdiagnose, unterstützt durch den Reibetest.
  • Glasspateldruck (Diaskopie) auf die umgebende Haut hebt den Farbunterschied auf.
  • Eine Biopsie zeigt normale Haut.
  • Bei Kindern kann der Befund – besonders wenn multipel – auf eine NF1 hinweisen.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Naevus anaemicus
  2. Nevus anemicus
  3. Nevus anemicus: a distinctive cutaneous finding in neurofibromatosis type 1
  4. Nevus anemicus. Donor-dominant defect

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.