Naevus anaemicus
- Synonyme
- Nävus anämicus, Nevus anemicus, pharmakologischer Nävus, pharmacological naevus
- Fachgebiet
- Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
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- Klinik 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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Definition
Der Naevus anaemicus ist eine angeborene, umschriebene Gefäßanomalie: ein blasser Hautbezirk mit histologisch normaler Haut, dessen Blässe auf einer dauerhaften Gefäßverengung beruht. Wegen der veränderten Gefäßreaktion wird er auch als „pharmakologischer Nävus“ bezeichnet.
Vorkommen & Epidemiologie
Meist wird er in der frühen Kindheit bemerkt, ist aber vermutlich schon bei Geburt vorhanden; er kommt bei allen Ethnien vor und wird bei Frauen häufiger berichtet. Gehäuft tritt er bei Neurofibromatose Typ 1 auf (Prävalenz bei Kindern mit NF1 je nach Studie 8,8–51 %, bei jüngeren häufiger) sowie bei der Phakomatosis pigmentovascularis.
Ätiopathogenese
Die Gefäße im Herd reagieren überempfindlich auf zirkulierende Katecholamine; über α-adrenerge Rezeptoren kommt es zur anhaltenden Vasokonstriktion. In einer Transplantationsstudie lag der Defekt im Gewebe des Nävus selbst („donor dominance“).
Klinik
- Meist einzelner, beschwerdefreier, blasser Fleck, rund, oval oder linear, oft mit kleinen Satellitenflecken; eine mosaikartige Form mit mehreren Herden wirkt netzartig.
- Bevorzugt am Rumpf, bei NF1 vor allem an der vorderen Brustwand und oft multipel; jede Körperstelle möglich.
- Nach Reiben rötet sich der Herd nicht, während die Umgebung rot wird.
- Gelegentlich benachbarte weitere Gefäßanomalien, z. B. ein Naevus flammeus.
- Bleibt lebenslang unverändert.
Diagnostik
- Blickdiagnose, unterstützt durch den Reibetest.
- Glasspateldruck (Diaskopie) auf die umgebende Haut hebt den Farbunterschied auf.
- Eine Biopsie zeigt normale Haut.
- Bei Kindern kann der Befund – besonders wenn multipel – auf eine NF1 hinweisen.
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.