Piebaldismus

Synonyme
weiße Stirnlocke, Poliosis, angeborenes Leukoderm, KIT-Mutation, piebaldism, white forelock
Fachgebiet
Dermatologie · Pigmentstörungen
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Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Definition
  2. Ätiopathogenese
  3. Klinik
  4. Diagnostik
  5. Differenzialdiagnosen
  6. Weiterlernen in der App
  7. Literatur (Auswahl)
  8. Querverweise

Definition

Der Piebaldismus ist eine seltene, autosomal-dominant erbliche Pigmentstörung mit angeborener weißer Stirnlocke (Poliosis) und umschriebenen, stabilen depigmentierten Hautarealen (Leukoderm), die bereits bei Geburt vorhanden sind.

Ätiopathogenese

Der Piebaldismus ist eine Neurokristopathie: Mutationen mit Funktionsverlust im KIT-Protoonkogen auf Chromosom 4 stören die embryonale Wanderung der Melanoblasten aus der Neuralleiste, sodass den betroffenen Arealen Melanozyten fehlen. Bei einem Teil der Patienten ohne KIT-Mutation liegen Deletionen des SNAI2-(SLUG-)Gens auf Chromosom 8 vor. Die Ausprägung hängt von der Mutation ab, wird aber auch durch Modifikatorgene wie MC1R beeinflusst. Kinder Betroffener erben die Anlage mit 50 % Wahrscheinlichkeit.

Klinik

  • Weiße Stirnlocke bei 80–90 % der Betroffenen mit Leukoderm der zentralen Stirn; Augenbrauen und Wimpern können mitbetroffen sein.
  • Weitere weiße Flecken an Gesicht (v. a. Kinn), ventralem Rumpf und Extremitäten; Hände und Füße meist ausgespart.
  • Häufig schmaler hyperpigmentierter Randsaum; innerhalb der weißen Areale Inseln normal oder vermehrt pigmentierter Haut.
  • Café-au-Lait-Flecken und Sommersprossen in den Beugen können hinzukommen.
  • Leichte Formen zeigen nur kleine weiße Flecken. Komplikationen: Sonnenbrand und Hautkrebs in den depigmentierten Arealen, psychosoziale Belastung.

Diagnostik

  • Klinische Verdachtsdiagnose bei oder kurz nach Geburt.
  • Biopsie aus dem Leukoderm: vollständiges Fehlen von Melanozyten und Melaninpigment.
  • Eine molekulargenetische Untersuchung aus Blut kann die Diagnose bestätigen.
  • Abgrenzung u. a. von Vitiligo (erworben, andere Verteilung) und Waardenburg-Syndrom (zusätzlich Schwerhörigkeit, vergrößerter Augenabstand).

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Piebaldism
  2. PubMed: Piebaldism (J Dermatol) (PMID 22670867)
  3. PubMed: Piebaldism in children (PMID 26919497)
  4. PubMed: Deletion of the SLUG (SNAI2) gene results in human piebaldism (PMID 12955764)

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.