Kawasaki-Syndrom
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- Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
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- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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Definition
Das Kawasaki-Syndrom (mukokutanes Lymphknotensyndrom) ist eine akute, fieberhafte Vaskulitis mittelgroßer Arterien des Kindesalters, die vor allem die Koronararterien betreffen kann.
Vorkommen & Epidemiologie
80 % der Betroffenen sind jünger als 5 Jahre (Gipfel 6 bis 24 Monate); Jungen sind etwa 1,5-mal so häufig betroffen wie Mädchen. Die Inzidenz ist bei Kindern japanischer Herkunft besonders hoch, die Erkrankung kommt aber weltweit vor. Etwa 2 % erleiden ein Rezidiv. In Industrieländern ist das Kawasaki-Syndrom die häufigste Ursache erworbener Herzerkrankungen im Kindesalter.
Ätiopathogenese
Die Ursache ist unbekannt. Epidemiologie und Verlauf sprechen für eine abnorme Immunantwort auf eine Infektion bei genetisch prädisponierten Kindern.
Klinik
- Anhaltendes Fieber über mindestens 5 Tage, meist ≥ 38,0 °C; die Kinder sind oft auffällig reizbar.
- Beidseitige bulbäre Konjunktivitis ohne Exsudat.
- Rote, trockene, rissige Lippen, Erdbeerzunge, gerötete Mund- und Rachenschleimhaut.
- Polymorphes Exanthem, betont am Stamm und perineal (makulopapulös, morbilliform, scarlatiniform oder erythema-multiforme-artig).
- Erythem und derbes Ödem von Händen und Füßen in der akuten Phase; ab etwa Tag 10 periunguale, palmare, plantare und perineale Schuppung.
- Zervikale Lymphadenopathie (mindestens ein Knoten ≥ 1,5 cm), meist einseitig.
- Bei Kindern mit BCG-Narbe kann eine entzündliche Reaktion dieser Narbe ein früher Hinweis sein, besonders bei inkompletter Form.
- Kardiale Manifestationen beginnen meist 1 bis 4 Wochen nach Krankheitsbeginn; wichtigste Komplikation sind Koronararterienaneurysmen.
Diagnostik
- Klassisches Kawasaki-Syndrom (AHA 2017): Fieber über mindestens 5 Tage (der erste Fiebertag zählt als Tag 1) und mindestens 4 der 5 Hauptkriterien: Lippen-/Mundschleimhautveränderungen, Konjunktivitis, Exanthem, Veränderungen an Händen und Füßen, zervikale Lymphadenopathie. Bei mindestens 4 Hauptkriterien, besonders mit Rötung und Schwellung von Händen und Füßen, ist die Diagnose bereits nach 4 Fiebertagen möglich. Voraussetzung ist, dass keine andere Erkrankung die Befunde erklärt.
- Inkomplettes Kawasaki-Syndrom: Fieber mit weniger als 4 Hauptkriterien; Koronararterienveränderungen in der Echokardiographie bestätigen die Diagnose in den meisten Fällen.
- Labor nicht beweisend: Leukozytose, erhöhte BSG/CRP, Thrombozytose ab der 2. Woche, erniedrigtes Natrium und Albumin, erhöhte Leberwerte, sterile Pyurie.
- EKG und Echokardiographie bei Diagnosestellung und wiederholt im Verlauf.
Differenzialdiagnosen
- Exanthema subitum (Dreitagefieber, Roseola infantum)
- Masern
- Scharlach
- TEN (Toxische epidermale Nekrolyse)
- Toxic Shock Syndrome
- DRESS-Syndrom
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Literatur (Auswahl)
- MSD Manual Professional: Kawasaki Disease
- DermNet: Kawasaki disease
- PubMed: Diagnosis, Treatment, and Long-Term Management of Kawasaki Disease: A Scientific Statement for Health Professionals From the American Heart Association (PMID 28356445)
- PubMed: Intravenous immunoglobulin for the treatment of Kawasaki disease (PMID 36695415; enthält die AHA-Diagnosekriterien 2017 als Tabelle)
- PubMed: Diagnostic value of the reaction at the bacillus Calmette-Guérin vaccination site in Kawasaki disease (PMID 32876305)
Querverweise
Erwähnt in
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.