Zervizitis

Synonyme
Endozervizitis, Muttermundentzündung
Fachgebiet
Gynäkologie · Zervix & HPV
Bilder
Kolposkopie 2
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Weiterlernen in der App
  8. Weiterführende Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (2)

Zervizitis – Kolposkopie: diffus gerötete, entzündete PortioKolposkopie
diffus gerötete, entzündete PortioBild: Drhan9394 (Wikimedia Commons) · CC0 · Quelle
Zervizitis – Kolposkopie: ulzerierende Zervizitis (DD Herpes simplex)Kolposkopie
ulzerierende Zervizitis (DD Herpes simplex)Bild: Dr. Paul Wiesner / CDC Public Health Image Library (PHIL 6495) (Wikimedia Commons) · Public domain · Quelle
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Definition

  • Die Zervizitis ist eine infektiöse oder nicht infektiöse Entzündung des Zervixepithels; das schleimbildende Zylinderepithel der Endozervix ist für Erreger und Reizstoffe besonders anfällig.

Vorkommen & Epidemiologie

Epidemiologie

  • Die Zervizitis ist häufig; die höchste Inzidenz findet sich bei Frauen zwischen 15 und 24 Jahren.

Ätiopathogenese

Ätiologie und Risikofaktoren

  • Die akute Zervizitis ist meist infektiös, überwiegend durch sexuell übertragene Erreger, die chronische Zervizitis meist nicht infektiös.
  • Häufigster infektiöser Erreger ist Chlamydia trachomatis, gefolgt von Neisseria gonorrhoeae.
  • Weitere Ursachen sind Herpes-simplex-Viren, Trichomonas vaginalis, bakterielle Vaginose und Mycoplasma genitalium; häufig lässt sich jedoch kein Erreger nachweisen.
  • Nicht infektiöse Ursachen sind Fremdkörper, chemische Reizstoffe, etwa in Vaginalspülungen, und Allergene wie Latex.

Klinik

  • Die Zervizitis verläuft häufig asymptomatisch; möglich sind Fluor, Zwischen- oder Kontaktblutungen sowie Dyspareunie.
  • Eine aufsteigende Infektion kann eine Endometritis oder PID verursachen und das Risiko für Infertilität und chronische Unterbauchschmerzen erhöhen.

Diagnostik

Typische Bildbefunde

  • Kolposkopie (Zervizitis): Die Portio ist flächig und diffus hochrot, die Oberfläche wirkt aufgelockert und blutet bei der Berührung mit dem Tupfer. Aus dem Muttermund tritt trüber Schleim; keine umschriebene Läsion, kein exophytischer Tumor.
  • Kolposkopie (Ulzerierende Zervizitis): Die Portio ist hochrot und flächig erodiert, Teile der Oberfläche sind mit gelblichem Fibrin belegt. Der Muttermund gibt eitriges Sekret ab. Die Läsion ist flächig und nicht exophytisch, die Ränder gehen unscharf ins gerötete Umfeld über.
  • Typische Befunde sind eitriger oder mukopurulenter Fluor aus dem Muttermund, eine leicht blutende, vulnerable Portio sowie Rötung und Schwellung der Zervix.
  • Punktförmige Einblutungen der Zervix (Erdbeerzervix) sprechen für eine Trichomoniasis, Ulzera oder Erosionen für eine Herpes-simplex-Infektion.
  • Der Nukleinsäureamplifikationstest (NAAT) ist das bevorzugte Verfahren zum Erregernachweis.

Weiterlernen in der App

In der GynFuchs-App lernst du Zervizitis mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Bildaufgaben (Kolposkopie, Sonographie, CTG) – kostenlos, im Browser oder als App.

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Weiterführende Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Cervicitis
  2. StatPearls: Cervicitis
  3. Etiology of cervicitis: Are there new agents in play? (Indian J Sex Transm Dis AIDS 2022, PubMed Central)

Querverweise

Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.