Zervixpolyp und Ektopie
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- Synonyme
- Zervixektopie, Ektropium, Portioektopie, Ovula Nabothi
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Zervix & HPV
- Bilder
- Sonographie 3 · Kolposkopie 3 · Endoskopie & Makro 1 · Klinik 1
- Prüfungsrelevanz
- 2 von 197 Protokollen · Rang 144
- In der App
- 2 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (8)
Sonographie
Kolposkopie
Endoskopie & Makro
Sonographie
Kolposkopie
Sonographie
KolposkopieDefinition
Zervixpolyp
- Typische Klinik: Kontaktblutung und Schmierblutung, oft ein Zufallsbefund.
- Wichtig: die Histologie ist Pflicht — und der Polyp schließt ein gleichzeitiges Karzinom nicht aus, der PAP bleibt nötig.
Ektopie
- Definition: Zylinderepithel liegt auf der Portiooberfläche, also außerhalb des Zervikalkanals.
- Zervixpolypen sind häufige gutartige Wucherungen von Zervix und Endozervix; meist entspringen sie dem Zervikalkanal und sitzen überwiegend einem schlanken Stiel auf.
- Bei der Ektopie (Ektropion) liegt endozervikales Zylinderepithel auf der Oberfläche der Ektozervix, bedingt durch eine Auswärtsstülpung des Zervikalkanals.
Einteilung
Die drei Typen
- Typ 1: TZ vollständig ektozervikal und vollständig einsehbar.
- Typ 2: TZ reicht endozervikal, ist aber mit Hilfsmitteln vollständig einsehbar.
- Typ 3: TZ endozervikal und nicht vollständig einsehbar — Kolposkopie inadäquat.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Zervixpolypen finden sich bei etwa 2–5 % der Frauen; häufiger betroffen sind Frauen über 20 Jahre mit mehreren Schwangerschaften.
- Endozervikale Polypen kommen vorwiegend vor der Menopause vor, ektozervikale Polypen vorwiegend danach.
- Eine maligne Entartung ist selten.
Ätiopathogenese
Was die Transformationszone ist
- Die TZ ist der Bezirk zwischen ursprünglicher und aktueller Plattenepithel-Zylinderepithel-Grenze — dort entsteht über die squamöse Metaplasie praktisch jede Dysplasie.
Ätiologie und Risikofaktoren
- Zugrunde liegt eine fokale Hyperplasie des endozervikalen Zylinderepithels; als begünstigende Faktoren gelten chronische Entzündung, Infektionen der Zervix, Blutfülle (Kongestion) und erhöhte Östrogenspiegel.
- Die Ektopie ist ein häufiger, meist physiologischer Befund im gebärfähigen Alter und wird stark vom Hormonstatus, besonders von Östrogen, beeinflusst.
Klinik
- Etwa zwei Drittel der Frauen mit Zervixpolypen sind beschwerdefrei; möglich sind Zwischenblutungen, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr und bei Infektion ein eitriger Fluor.
- Die Ektopie bleibt bei vielen Frauen asymptomatisch; möglich sind vermehrter Fluor, Kontaktblutungen nach dem Geschlechtsverkehr und Dyspareunie.
Histologie
- Histologisch bestehen Zervixpolypen aus gefäßreichem Stroma, das von Platten- oder Zylinderepithel bedeckt ist.
Diagnostik
Typische Bildbefunde
- Kolposkopie (Zervixpolyp): Aus dem Muttermund tritt ein rundlicher, dunkelrot glänzender Zapfen mit glatter Oberfläche hervor. Er sitzt auf einem schmalen Stiel, lässt sich seitlich bewegen und blutet bei Berührung leicht; die umgebende Portio ist reizlos.
- Kolposkopie (Zervixektopie (Ektropium)): Um den Muttermund liegt ein scharf begrenztes, samtrot-traubiges Areal: Zylinderepithel, das auf die Ektozervix verlagert ist. Die Grenze zum blassen Plattenepithel ist glatt und gefäßregelmäßig; keine atypischen Gefäße.
- Kolposkopie (Ovula Nabothi): Über die Portio verteilt liegen mehrere rundliche, prall wirkende Vorwölbungen von wenigen Millimetern, die gelblich durchscheinen. Das Epithel darüber ist intakt und glatt; darauf ziehen zarte, regelmäßig verzweigte Gefäße hinweg, die sich zur Peripherie hin verjüngen.
- Kolposkopie (Ovula Nabothi): Mehrere prall-gelbliche, kuppelförmige Zysten von einigen Millimetern liegen unter intaktem Epithel; darüber ziehen zarte, regelmäßig verzweigte Gefäße. Daneben flache weißliche Plaques ohne scharfe Begrenzung.
- Die Diagnose erfolgt in der Spekulumeinstellung: Endozervixpolypen sind meist rötlich-rosa, glänzend und kleiner als 1 cm und können leicht bluten.
- Bei der Ektopie ist in der Spekulumeinstellung Zylinderepithel als Zone jenseits des äußeren Muttermunds sichtbar.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.