Adenocarcinoma in situ und Adenokarzinom der Zervix
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- Synonyme
- AIS, glanduläre Dysplasie, zervikales Adenokarzinom
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Zervix & HPV
- Bilder
- Endoskopie & Makro 1
- Prüfungsrelevanz
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Endoskopie & MakroDefinition
- Das Adenocarcinoma in situ (AIS) der Zervix ist eine präinvasive Läsion des endozervikalen Drüsenepithels und gilt wegen seiner Morphologie als Vorstufe des invasiven Adenokarzinoms.
- Die meisten invasiven Adenokarzinome entstehen aus einem AIS, das innerhalb oder knapp proximal der Transformationszone liegt.
Einteilung
Warum der Sonderfall wichtig ist
- Das Adenokarzinom geht vom Zylinderepithel der Endozervix aus.
- Deshalb wird es von der Zytologie schlechter erfasst — es liegt endozervikal und damit außerhalb der klassischen Abstrichzone.
- Der zytologische Befund trägt dann den Zusatz g (glandulär), z. B. PAP IIIg oder IVa-g.
Adenocarcinoma in situ (AIS)
- Besonderheit gegenüber der CIN: AIS wächst häufiger multifokal und diskontinuierlich („skip lesions").
- HPV-assoziiert ist das Adenokarzinom überwiegend, vor allem mit HPV 18 und 16.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Etwa 80–85 % der Zervixkarzinome sind Plattenepithelkarzinome, die meisten übrigen Adenokarzinome; der Anteil des Adenokarzinoms hat in den letzten zwei Jahrzehnten zugenommen.
- Patientinnen mit AIS sind im Mittel etwa 5 Jahre jünger als Patientinnen mit früh invasivem Adenokarzinom; dazwischen liegt ein Zeitfenster von etwa 5 Jahren.
Ätiopathogenese
Ätiologie und Risikofaktoren
- Ursache der meisten Zervixkarzinome ist eine HPV-Infektion; das AIS weist ähnliche HPV-Typen auf wie das invasive Adenokarzinom.
- Häufig besteht gleichzeitig eine plattenepitheliale Neoplasie, in einer Metaanalyse von 33 Studien bei etwa 55 % der Frauen mit AIS, was auf eine gemeinsame Ätiologie hinweist.
Klinik
- Das AIS ist fast immer asymptomatisch und makroskopisch in der Regel nicht sichtbar.
- Die Läsionen liegen im Zervikalkanal und in den Drüsenkrypten und sind häufig multifokal.
Diagnostik
- Das AIS wird meist bei der Abklärung eines auffälligen zytologischen Abstrichs entdeckt, häufig sogar aufgrund begleitender plattenepithelialer Zellveränderungen.
- Die Zytologie erfasst Drüsenläsionen nur eingeschränkt, in einer zitierten Studie mit einer Sensitivität von nur etwa 45 %; die Ergänzung eines HPV-Tests verbessert die Erkennung.
- Das kolposkopische Bild des AIS ist unspezifisch, und wegen der Lage im Zervikalkanal sind die Läsionen kolposkopisch schwer zu erfassen.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Zervix & HPV
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.