Lipoidproteinose (Urbach-Wiethe-Syndrom)
- Synonyme
- Urbach-Wiethe-Syndrom, Hyalinosis cutis et mucosae, Lipoid proteinosis, Urbach-Wiethe disease
- Fachgebiet
- Dermatologie · Hereditäre Hauterkrankungen
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- Klinik 1 · Histologie 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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HistologieDefinition
Die Lipoidproteinose (Urbach-Wiethe-Syndrom, Hyalinosis cutis et mucosae) ist eine sehr seltene, autosomal-rezessiv erbliche Genodermatose mit fortschreitender Ablagerung von amorphem, hyalinem Material in Haut, Schleimhäuten und inneren Organen. Typisches Frühsymptom ist eine schon im frühen Kindesalter einsetzende Heiserkeit.
Vorkommen & Epidemiologie
Weltweit sind etwas mehr als 500 Fälle beschrieben, Männer und Frauen gleich häufig; oft bestehen eine positive Familienanamnese oder Blutsverwandtschaft der Eltern. Gehäuft tritt die Erkrankung im Namaqualand (Südafrika) auf (Gründereffekt).
Ätiopathogenese
Ursache sind Funktionsverlust-Mutationen im Gen für das extrazelluläre Matrixprotein 1 (ECM1, Chromosom 1q21). ECM1 bindet zahlreiche Matrixproteine; sein Ausfall stört den Aufbau von Haut und Schleimhaut, mit verdoppelter Basalmembran um Gefäße und an der Junktionszone.
Klinik
- Heiserkeit und schwaches Schreien schon im Säuglingsalter durch Hyalineinlagerung in die Kehlkopfschleimhaut.
- Haut: zunächst wiederkehrende Blasen an Gesicht und Extremitäten mit pockenartigen Narben; später gelbliche, wachsartige Papeln und diffuse Hautverdickung, verruköse Herde an Ellenbogen, Knien und Fingerknöcheln.
- Moniliforme Blepharose: perlschnurartige gelbliche Papeln am Lidrand, bei etwa 50 %.
- Mund: verdicktes Zungenbändchen mit eingeschränkter Zungenbeweglichkeit, verdickte Lippen.
- Zentralnervensystem (50–75 %): u. a. Epilepsie und Verhaltensauffälligkeiten, vor allem durch Verkalkungen der Amygdala.
Histologie
Homogenes, eosinophiles Material in der Dermis um Gefäße und Adnexe; stark PAS-positiv, mit Kongorot schwach positiv oder negativ.
Diagnostik
- Verdacht bei typischer Klinik (Heiserkeit seit dem Säuglingsalter, moniliforme Blepharose, verdicktes Zungenbändchen).
- Biopsie: PAS-positive hyaline Ablagerungen.
- CT/MRT: beidseitige bohnenförmige Verkalkungen der Amygdala gelten als pathognomonisch.
- Genetik: Nachweis biallelischer ECM1-Mutationen sichert die Diagnose.
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.