Hydroa vacciniformia

Synonyme
Hydroa vacciniforme, Hydroa vacciniformia Bazin, HV, hydroa vacciniforme-like lymphoproliferative disorder
Fachgebiet
Dermatologie · Umwelt & Licht
Bilder
Klinik 1
In der App
1 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Vorkommen & Epidemiologie
  5. Ätiopathogenese
  6. Klinik
  7. Histologie
  8. Diagnostik
  9. Differenzialdiagnosen
  10. Weiterlernen in der App
  11. Literatur (Auswahl)
  12. Querverweise

Bilder (1)

Hydroa vacciniformia – KI-Illustration (kein Patientenfoto): nach Sonnenexposition gruppierte, vesikulär-hämorrhagische Effloreszenzen mit Krustenbildung und vacciniformer Narbenbildung am Gesicht, 13-j. JungeKI-Illustration
nach Sonnenexposition gruppierte, vesikulär-hämorrhagische Effloreszenzen mit Krustenbildung und vacciniformer Narbenbildung am Gesicht, 13-j. JungeKI-generierte Illustration zu Lehrzwecken – kein echtes Patientenfoto.

Definition

Es handelt sich um eine sehr seltene Lichtdermatose des Kindesalters mit wiederkehrenden Bläschen an lichtexponierter Haut, die mit pockenartigen (varioliformen) Narben abheilen. Sie wird heute als kutane Form im Spektrum der Epstein-Barr-Virus-(EBV-)assoziierten T-/NK-Zell-lymphoproliferativen Erkrankungen eingeordnet.

Einteilung

  • Klassische Form: gutartig, Beginn in der Kindheit, Papulovesikel an lichtexponierter Haut, meist Abklingen bis zum frühen Erwachsenenalter.
  • Schwere (systemische) Form, in der WHO-Klassifikation 2017 „HV-like lymphoproliferative disorder“: wiederkehrende papulovesikuläre Eruptionen auch an lichtgeschützter Haut, mitunter mit Gesichtsödem, Fieber, Lymphknotenschwellung, Schleimhaut- und Augenbefall, Magen-Darm-Beteiligung und Hepatosplenomegalie; Übergang in ein systemisches T- oder NK-Zell-Lymphom möglich. Sie wird überwiegend bei Kindern aus Asien und Lateinamerika beschrieben.

Vorkommen & Epidemiologie

Betroffen sind meist Kinder zwischen 3 und 15 Jahren. Bei Mädchen wird die Erkrankung häufiger diagnostiziert; bei Jungen beginnt sie tendenziell später und verläuft länger.

Ätiopathogenese

Auslöser ist ultraviolettes Licht, am häufigsten langwelliges UV-A. Die Erkrankung ist häufig mit einer chronischen EBV-Infektion verbunden; bei der klassischen Form finden sich vermehrt EBV-infizierte γδ-T-Zellen.

Klinik

  • Lichtexponierte Areale: Gesicht, Ohren, Hände, Unterschenkel.
  • Etwa 30 Minuten bis 2 Stunden nach Sonnenexposition Brennen, Jucken oder Stechen, dann pralle Papeln und Bläschen, mitunter Gesichtsschwellung.
  • Übergang in eingedellte Papeln mit schwarzen, nekrotischen Krusten auf gerötetem Grund; zurück bleiben helle, eingesunkene Narben.
  • Erstmanifestation meist im Frühjahr, Rezidive über den Sommer.
  • Gelegentlich Keratokonjunktivitis, Lichtscheu und Photoonycholyse.

Histologie

Spongiose, Bläschenbildung und epidermale Nekrose über einem dichten dermalen Infiltrat; in älteren Läsionen Narbenbildung. EBV lässt sich im dermalen Infiltrat mittels EBER-in-situ-Hybridisierung nachweisen.

Diagnostik

  • Klinischer Verdacht bei typischer Anamnese und Verteilung; Hautbiopsie mit EBER-in-situ-Hybridisierung.
  • EBV-Status bestimmen.
  • Auf Zeichen der schweren Form achten: Befall lichtgeschützter Haut, Fieber, Lymphknotenschwellung, Hepatosplenomegalie.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

In der DermaFuchs-App lernst du Hydroa vacciniformia mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Blickdiagnosen – kostenlos, im Browser oder als App.

Teste dich: Blickdiagnose-Quiz mit echten Fällen →

In der App: 1 Karteikarten

Im Browser starten  Im App Store laden

Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Hydroa vacciniforme
  2. DermNet: Hydroa vacciniforme pathology
  3. PubMed: Hydroa Vacciniforme and Hydroa Vacciniforme-Like Lymphoproliferative Disorder: A Spectrum of Disease Phenotypes Associated with Ultraviolet Irradiation and Chronic Epstein-Barr Virus Infection (PMID 33297336)
  4. PubMed: Hydroa vacciniforme: a distinctive form of Epstein-Barr virus-associated T-cell lymphoproliferative disorders (PMID 30998212)

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.