Cumarin-Nekrose (Warfarin-/Phenprocoumon-induzierte Hautnekrose)
- Synonyme
- Cumarinnekrose, Warfarin-Nekrose, Phenprocoumon-Nekrose, Coumarin necrosis, Warfarin necrosis, Warfarin-induced skin necrosis
- Fachgebiet
- Dermatologie · Arzneimittelreaktionen
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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KI-IllustrationDefinition
Die Cumarin-Nekrose ist eine seltene, schwere, durch Vitamin-K-Antagonisten vom Cumarintyp (z. B. Warfarin, Phenprocoumon) ausgelöste Komplikation: Paradoxe Gerinnselbildung in kleinen Hautgefäßen führt zu Nekrosen von Haut und Unterhautfettgewebe. Sie wurde erstmals 1943 beschrieben.
Vorkommen & Epidemiologie
Nach Einnahme von Warfarin tritt sie bei etwa 1 von 10 000 Personen auf (Angaben zur Prävalenz 0,01–0,1 %). Frauen sind häufiger betroffen, meist zwischen 50 und 70 Jahren; Adipositas erhöht das Risiko.
Ätiopathogenese
Vitamin-K-Antagonisten senken die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X, aber auch die gerinnungshemmenden Proteine C und S. Protein C hat eine Halbwertszeit von etwa 6 Stunden, die Faktoren II und X von 2–5 Tagen; so entsteht in den ersten Tagen nach Beginn der Einnahme ein vorübergehend gerinnungsfördernder Zustand. Begünstigend wirken angeborener Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Faktor-V-Leiden, Antithrombin-III-Mangel und Antiphospholipid-Antikörper.
Klinik
- Beginn meist zwischen dem 2. und 5. Tag nach Beginn der Einnahme, sehr selten nach Wochen oder Monaten.
- Zunächst Schmerz und Purpura, die binnen Tagen blauschwarz mit rotem Saum wird; dann hämorrhagische Blasen und Nekrose der gesamten Hautdicke, mitunter mit retiformer Purpura.
- Bevorzugt fettreiche Areale: Brüste, Oberschenkel, Gesäß, Hüften, Bauch.
Histologie
Diffuse Mikrothromben in den Gefäßen der Dermis mit Endothelschaden und Erythrozytenaustritt, ohne nennenswerte Entzündung; im Verlauf koagulative Nekrose der gesamten Hautdicke.
Diagnostik
- Klinische Diagnose aus zeitlichem Zusammenhang und Verteilung.
- Hautbiopsie zur Stützung und Abgrenzung, u. a. von nekrotisierender Fasziitis und Kalziphylaxie.
- Protein C und Protein S im Blut zur Suche nach einer Veranlagung.
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.