Cumarin-Nekrose (Warfarin-/Phenprocoumon-induzierte Hautnekrose)

Synonyme
Cumarinnekrose, Warfarin-Nekrose, Phenprocoumon-Nekrose, Coumarin necrosis, Warfarin necrosis, Warfarin-induced skin necrosis
Fachgebiet
Dermatologie · Arzneimittelreaktionen
Bilder
Klinik 1
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1 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Differenzialdiagnosen
  9. Weiterlernen in der App
  10. Literatur (Auswahl)
  11. Querverweise

Bilder (1)

Cumarin-Nekrose (Warfarin-/Phenprocoumon-induzierte Hautnekrose) – KI-Illustration (kein Patientenfoto): scharf begrenzte dunkellivide bis schwarze hämorrhagische Hautnekrose am Oberschenkel mit umgebendem Erythem (60-jaehrige-frau, oberschenkel)KI-Illustration
scharf begrenzte dunkellivide bis schwarze hämorrhagische Hautnekrose am Oberschenkel mit umgebendem Erythem (60-jaehrige-frau, oberschenkel)KI-generierte Illustration zu Lehrzwecken – kein echtes Patientenfoto.

Definition

Die Cumarin-Nekrose ist eine seltene, schwere, durch Vitamin-K-Antagonisten vom Cumarintyp (z. B. Warfarin, Phenprocoumon) ausgelöste Komplikation: Paradoxe Gerinnselbildung in kleinen Hautgefäßen führt zu Nekrosen von Haut und Unterhautfettgewebe. Sie wurde erstmals 1943 beschrieben.

Vorkommen & Epidemiologie

Nach Einnahme von Warfarin tritt sie bei etwa 1 von 10 000 Personen auf (Angaben zur Prävalenz 0,01–0,1 %). Frauen sind häufiger betroffen, meist zwischen 50 und 70 Jahren; Adipositas erhöht das Risiko.

Ätiopathogenese

Vitamin-K-Antagonisten senken die Gerinnungsfaktoren II, VII, IX und X, aber auch die gerinnungshemmenden Proteine C und S. Protein C hat eine Halbwertszeit von etwa 6 Stunden, die Faktoren II und X von 2–5 Tagen; so entsteht in den ersten Tagen nach Beginn der Einnahme ein vorübergehend gerinnungsfördernder Zustand. Begünstigend wirken angeborener Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Faktor-V-Leiden, Antithrombin-III-Mangel und Antiphospholipid-Antikörper.

Klinik

  • Beginn meist zwischen dem 2. und 5. Tag nach Beginn der Einnahme, sehr selten nach Wochen oder Monaten.
  • Zunächst Schmerz und Purpura, die binnen Tagen blauschwarz mit rotem Saum wird; dann hämorrhagische Blasen und Nekrose der gesamten Hautdicke, mitunter mit retiformer Purpura.
  • Bevorzugt fettreiche Areale: Brüste, Oberschenkel, Gesäß, Hüften, Bauch.

Histologie

Diffuse Mikrothromben in den Gefäßen der Dermis mit Endothelschaden und Erythrozytenaustritt, ohne nennenswerte Entzündung; im Verlauf koagulative Nekrose der gesamten Hautdicke.

Diagnostik

  • Klinische Diagnose aus zeitlichem Zusammenhang und Verteilung.
  • Hautbiopsie zur Stützung und Abgrenzung, u. a. von nekrotisierender Fasziitis und Kalziphylaxie.
  • Protein C und Protein S im Blut zur Suche nach einer Veranlagung.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Warfarin-induced skin necrosis
  2. Warfarin-induced skin necrosis
  3. Warfarin induced skin necrosis
  4. [The clinical course of coumarin-induced necrosis]

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.