Akneiformes Arzneimittelexanthem

Synonyme
medikamentöse Akne, Akne durch Medikamente, Steroidakne, akneiforme Arzneimittelreaktion, drug-induced acne, acneiform drug reaction, steroid acne
Fachgebiet
Dermatologie · Arzneimittelreaktionen
Bilder
Klinik 1
In der App
9 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Differenzialdiagnosen
  9. Weiterlernen in der App
  10. Literatur (Auswahl)
  11. Querverweise

Bilder (1)

Akneiformes Arzneimittelexanthem – KI-Illustration (kein Patientenfoto): monomorphe Papulopusteln ohne Komedonen (38-jährige(r) Patient)KI-Illustration
monomorphe Papulopusteln ohne Komedonen (38-jährige(r) Patient)KI-generierte Illustration zu Lehrzwecken – kein echtes Patientenfoto.

Definition

Das akneiforme Arzneimittelexanthem ist eine durch Medikamente ausgelöste, akneähnliche follikuläre Hautreaktion. Anders als die Acne vulgaris ist es typischerweise monomorph, kann außerhalb der seborrhoischen Areale und in untypischem Alter auftreten und steht in zeitlichem Zusammenhang mit einem neu begonnenen Medikament.

Vorkommen & Epidemiologie

Follikuläre Arzneimittelreaktionen machen schätzungsweise etwa 1 % aller Arzneimittelreaktionen aus; Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Ätiopathogenese

Auslösende Medikamentengruppen sind vor allem:

  • Kortikoide sowie Androgene und Anabolika
  • Tuberkulostatika und Antiepileptika
  • Halogenverbindungen (Iodide, Bromide)
  • Immunsuppressiva und Immunmodulatoren
  • zielgerichtete Krebsmedikamente, mit dem höchsten Risiko bei gegen den EGF-Rezeptor gerichteten Substanzen

Pathogenetisch wirken eine veränderte Talgzusammensetzung, ein verschobenes follikuläres Mikrobiom (Cutibacterium acnes) und eine neutrophile Follikelentzündung zusammen.

Klinik

  • Beginn meist Wochen bis Monate nach Ansetzen des auslösenden Medikaments, bei zielgerichteten Krebsmedikamenten oft schon nach 1–3 Wochen.
  • Monomorphe entzündliche follikuläre Papeln und Pusteln; Komedonen fehlen oft.
  • Bevorzugt seborrhoische Areale (Gesicht, Kopfhaut, oberer Rumpf), mitunter auch Oberarme und untypische Stellen bis zu Handflächen und Fußsohlen.
  • Begleitend Brennen, Juckreiz, Seborrhö; meist keine systemische Beteiligung.
  • Bei EGFR-Blockade zusätzlich Paronychien, Haarwachstumsstörungen, Juckreiz und Hauttrockenheit.

Histologie

Meist oberflächliche, neutrophil betonte suppurative Follikulitis mit erweiterten Infundibula und fokaler Ruptur des Follikelepithels; Komedonen fehlen häufig.

Diagnostik

  • Klinische Diagnose: monomorphe Papulopusteln mit zeitlichem Bezug zu einem neuen Medikament (Medikamentenanamnese).
  • Abgrenzung von Acne vulgaris (polymorph, mit Komedonen), Rosazea, perioraler Dermatitis, Malassezia-Follikulitis und AGEP (abrupt auftretende, nicht follikuläre Pusteln, oft Fieber).

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. PubMed: Acneiform drug eruptions – update on pathophysiology and culprit drugs (PMID 41810246)
  2. PubMed: Drug-induced acneiform eruption (PMID 21668032)
  3. DermNet: Steroid acne

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.