Cholesterinembolie (Atheroembolie)

Synonyme
Cholesterinkristallembolie, Atheroembolie, Blue-toe-Syndrom, Purple-toe-Syndrom, cholesterol crystal embolism, atheroembolism, blue toe syndrome
Fachgebiet
Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
Bilder
Klinik 1 · Histologie 1
In der App
1 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (2)
  2. Definition
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Histologie
  6. Diagnostik
  7. Differenzialdiagnosen
  8. Weiterlernen in der App
  9. Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (2)

Cholesterinembolie (Atheroembolie) – KI-Illustration (kein Patientenfoto): Livide bis blau-schwarz verfärbte Zehen mit trockenen Nekrosen der Zehenspitzen („blue toes") bei erhaltenen Fußpulsen suggerierendem, sonst unauffälligem FußrückenKI-Illustration
Livide bis blau-schwarz verfärbte Zehen mit trockenen Nekrosen der Zehenspitzen („blue toes") bei erhaltenen Fußpulsen suggerierendem, sonst unauffälligem Fußrücken.KI-generierte Illustration zu Lehrzwecken – kein echtes Patientenfoto.
Cholesterinembolie (Atheroembolie) – Histologie (HE; kein Hautschnitt, Arterie im Weichgewebe): nadelförmige Cholesterinspalten im Lumen einer mittelgroßen Arterie, fibröse Organisation mit Lumenobliteration bei erhaltener …Histologie
Histologie (HE; kein Hautschnitt, Arterie im Weichgewebe): nadelförmige Cholesterinspalten im Lumen einer mittelgroßen Arterie, fibröse Organisation mit Lumenobliteration bei erhaltener …Nephron, „Cholesterol embolus - high mag", CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Quelle
1 / 2

Definition

Bei der Cholesterinembolie lösen sich Cholesterinkristalle aus ulzerierten arteriosklerotischen Plaques großer Arterien (z. B. Aorta, Becken- und Oberschenkelarterien) und verschließen kleine Arterien der Haut und innerer Organe. Folge sind Durchblutungsstörungen bis zum Gewebeuntergang. Die Cholesterinembolie ist die häufigste Ursache des Blue-toe-Syndroms.

Ätiopathogenese

Betroffen sind Menschen mit Arteriosklerose. Die Embolisation kann spontan auftreten, folgt aber meist Stunden bis Tage nach einem Gefäßeingriff, der die Plaqueoberfläche verletzt (nach bis zu 1 % solcher Eingriffe), z. B. Angiographie, Angioplastie, intraaortale Ballonpumpe oder Reanimation. Selten wird sie nach Thrombolyse oder unter gerinnungshemmenden Medikamenten beschrieben.

Klinik

  • Die Haut ist bei über einem Drittel der Patienten beteiligt: Livedo reticularis bzw. racemosa, Gangrän, Akrozyanose („blue toes“), Ulzerationen, schmerzhafte Knoten und Purpura. In einer Serie von 223 Patienten fanden sich bei Hautbefall Livedo in 49 %, Gangrän in 35 % und Akrozyanose in 28 %.
  • Betroffene Zehen sind blau-violett, kalt und akut schmerzhaft, auch in Ruhe; die Fußpulse können tastbar sein, da kleine Arterien und Arteriolen verschlossen sind.
  • Organbeteiligung: akutes Nierenversagen (25–50 %), Netzhautischämie, Pankreatitis, Darminfarkt; dazu unspezifisch Fieber, Myalgien und Gewichtsverlust.

Histologie

In kleinen Arterien finden sich Cholesterinspalten – leere Hohlräume, weil die Kristalle bei der Gewebefixierung herausgelöst werden –, oft zusammen mit Thromben, Makrophagen, Riesenzellen und Eosinophilen.

Diagnostik

  • Klinischer Verdacht bei bekannter Arteriosklerose mit typischen Hautzeichen, Nierenfunktionsverschlechterung oder Bauchbeschwerden, besonders nach einem Gefäßeingriff.
  • Gesichert wird die Diagnose histologisch durch Biopsie aus betroffener Haut oder anderem Gewebe.
  • Labor: Eosinophilie bei bis zu 80 %, mitunter Leukozytose und erhöhte BSG.
  • Augenhintergrund: Hollenhorst-Plaques.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

In der DermaFuchs-App lernst du Cholesterinembolie (Atheroembolie) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Blickdiagnosen – kostenlos, im Browser oder als App.

Teste dich: Blickdiagnose-Quiz mit echten Fällen →

In der App: 1 Karteikarten

Im Browser starten  Im App Store laden

Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Cholesterol emboli
  2. DermNet: Blue toe syndrome

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.