Cholesterinembolie (Atheroembolie)
- Synonyme
- Cholesterinkristallembolie, Atheroembolie, Blue-toe-Syndrom, Purple-toe-Syndrom, cholesterol crystal embolism, atheroembolism, blue toe syndrome
- Fachgebiet
- Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
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- Klinik 1 · Histologie 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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HistologieDefinition
Bei der Cholesterinembolie lösen sich Cholesterinkristalle aus ulzerierten arteriosklerotischen Plaques großer Arterien (z. B. Aorta, Becken- und Oberschenkelarterien) und verschließen kleine Arterien der Haut und innerer Organe. Folge sind Durchblutungsstörungen bis zum Gewebeuntergang. Die Cholesterinembolie ist die häufigste Ursache des Blue-toe-Syndroms.
Ätiopathogenese
Betroffen sind Menschen mit Arteriosklerose. Die Embolisation kann spontan auftreten, folgt aber meist Stunden bis Tage nach einem Gefäßeingriff, der die Plaqueoberfläche verletzt (nach bis zu 1 % solcher Eingriffe), z. B. Angiographie, Angioplastie, intraaortale Ballonpumpe oder Reanimation. Selten wird sie nach Thrombolyse oder unter gerinnungshemmenden Medikamenten beschrieben.
Klinik
- Die Haut ist bei über einem Drittel der Patienten beteiligt: Livedo reticularis bzw. racemosa, Gangrän, Akrozyanose („blue toes“), Ulzerationen, schmerzhafte Knoten und Purpura. In einer Serie von 223 Patienten fanden sich bei Hautbefall Livedo in 49 %, Gangrän in 35 % und Akrozyanose in 28 %.
- Betroffene Zehen sind blau-violett, kalt und akut schmerzhaft, auch in Ruhe; die Fußpulse können tastbar sein, da kleine Arterien und Arteriolen verschlossen sind.
- Organbeteiligung: akutes Nierenversagen (25–50 %), Netzhautischämie, Pankreatitis, Darminfarkt; dazu unspezifisch Fieber, Myalgien und Gewichtsverlust.
Histologie
In kleinen Arterien finden sich Cholesterinspalten – leere Hohlräume, weil die Kristalle bei der Gewebefixierung herausgelöst werden –, oft zusammen mit Thromben, Makrophagen, Riesenzellen und Eosinophilen.
Diagnostik
- Klinischer Verdacht bei bekannter Arteriosklerose mit typischen Hautzeichen, Nierenfunktionsverschlechterung oder Bauchbeschwerden, besonders nach einem Gefäßeingriff.
- Gesichert wird die Diagnose histologisch durch Biopsie aus betroffener Haut oder anderem Gewebe.
- Labor: Eosinophilie bei bis zu 80 %, mitunter Leukozytose und erhöhte BSG.
- Augenhintergrund: Hollenhorst-Plaques.
Differenzialdiagnosen
- Arterielles (ischämisches) Ulkus
- Chronisch-venöse Insuffizienz Stadium III
- Nekrotisierende (leukozytoklastische) Vaskulitis
- Livedo reticularis
- Cumarin-Nekrose (Warfarin-/Phenprocoumon-induzierte Hautnekrose)
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.