Raynaud-Syndrom

Übersicht
- Primäres (idiopathisches) Raynaud-Syndrom: Beginn typischerweise bei jungen Frauen vor dem 30. Lebensjahr; symmetrischer Befall beider Hände, ausgelöst durch Kälte und Stress (Nikotin verstärkt die Attacken), keine trophischen Störungen, ANA negativ, BSG normal und unauffällige Nagelfalzkapillaroskopie.
- Sekundäres Raynaud-Syndrom: Symptom einer Grunderkrankung — Kollagenosen (systemische Sklerose, MCTD, SLE, Dermatomyositis, Sjögren-Syndrom), Vaskulitiden, Kryoglobulinämie, Medikamente (Betablocker, Ergotamine, Bleomycin), Vibrationstrauma („Weißfinger") und Thoracic-outlet-Syndrom. Alarmzeichen sind späterer Krankheitsbeginn, asymmetrischer Befall, digitale Ulzera und Nekrosen sowie ANA positiv mit spezifischen Antikörpern (Anti-Centromer, Anti-Scl-70, Anti-RNA-Polymerase III).
- Abklärung: Anamnese (Beruf/Vibration, Medikamente, Nikotin) und dann die beiden Untersuchungen, die primär von sekundär trennen: Kapillarmikroskopie des Nagelfalzes (Megakapillaren, Kapillarverlust, avaskuläre Felder) und ANA/ENA-Diagnostik. Bei auffälligem Befund Suche nach Organbeteiligung (Lungenfunktion mit DLCO, Echokardiografie, Ösophagus-Diagnostik).
Differenzialdiagnosen
- Pernio (Frostbeule)
- Perniones
- Erythromelalgie
- Livedo reticularis
- Cholesterin-Embolie
- Systemische Sklerose
- Antiphospholipid-Syndrom
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