Endometriom (Schokoladenzyste)
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- Synonyme
- Schokoladenzyste, ovarielle Endometriose
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endometriose & Adenomyose
- Bilder
- Sonographie 1 · Endoskopie & Makro 2
- Prüfungsrelevanz
- 12 von 197 Protokollen · Rang 59
- In der App
- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
Bilder (3)
Sonographie
Endoskopie & Makro
Endoskopie & MakroDefinition
- Das Endometriom ist eine Endometriosezyste des Ovars, wegen des alten Blutinhalts auch Schokoladenzyste genannt.
- Diskutiert wird unter anderem eine Einstülpung der Ovarrinde mit Endometrioseimplantaten, die die Zyste mit hämolysiertem Blut füllen.
Einteilung
- Unterschieden werden kortikale Invaginationszysten, aus Oberflächeneinschlusszysten und aus funktionellen Zysten hervorgegangene Endometriosezysten sowie ein nicht klassifizierbarer Typ.
- In der Stadieneinteilung der Endometriose sprechen kleine Endometriome für Stadium III und große für Stadium IV.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie und Pathogenese
- Endometriome finden sich bei 17–44 % der Patientinnen mit Endometriose und machen 35 % aller gutartigen Ovarialzysten aus.
- Als am besten akzeptierte Theorie der Endometriose gilt die Implantation von Endometrium über retrograde Menstruation; die Erkrankung ist östrogenabhängig.
Klinik
- Leitsymptome der Endometriose sind chronische Unterbauchschmerzen und eingeschränkte Fruchtbarkeit; auch Jugendliche und selten bereits Mädchen vor der Menarche können durch ein Endometriom chronische Beckenschmerzen haben.
- Endometriome können Primordialfollikel zerstören und so die ovarielle Reserve vermindern; gelegentlich rupturieren sie mit akuten Bauchschmerzen und Peritonismus.
- Die Diagnose verzögert sich häufig, in manchen Studien um 8–10 Jahre.
Histologie
- Das Endometriom ist eine Pseudozyste mit teilweiser oder vollständiger endometriumartiger Auskleidung.
- Die Ovarrinde in der Zystenwand enthält hämosiderinbeladene Makrophagen und fibrotische Anteile.
Diagnostik
Endometriom im Ultraschall
- Sonographisch imponiert ein Endometriom typischerweise als homogen echoarme, glattwandige Zyste.
- Im Doppler zeigt sich kein Binnenfluss, allenfalls zarter Randfluss.
- Nach IOTA gehört das Endometriom benigner Easy Descriptor ohne solide Anteile.
Typische Bildbefunde
- Sonographie (Endometriom): Im Ovar liegt eine rundliche Zyste, deren Inhalt nicht echofrei, sondern von feinen, gleichmäßig verteilten Binnenechos ausgefüllt ist — das milchglasartige Bild. Die Wand ist glatt, es finden sich keine soliden Knoten und keine papillären Anteile.
- Sonographisch typisch sind uni- oder wenig gekammerte Zysten (weniger als 5 Kammern) mit homogenen, feinen Binnenechos („Milchglas“) und fehlender oder geringer Vaskularisation.
- In der MRT ist das Shading-Zeichen durch eisen- und eiweißreiche Blutabbauprodukte spezifisch; die Zysten sind T1-heller und T2-dunkler als hämorrhagische Zysten.
- Kontrastmittelanreichernde Wandknoten sprechen stark für eine maligne Transformation, ebenso ein Verlust des typischen Shading-Zeichens.
Weiterlernen in der App
Weiterführende Literatur (Auswahl)
Querverweise
Weitere Themen: Endometriose & Adenomyose
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.