Tief infiltrierende Endometriose
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- Synonyme
- TIE, DIE, rektovaginale Endometriose, Darmendometriose
- Fachgebiet
- Gynäkologie · Endometriose & Adenomyose
- Bilder
- Endoskopie & Makro 2
- Prüfungsrelevanz
- 6 von 197 Protokollen · Rang 93
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- 1 Karteikarten · GynFuchs
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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Endoskopie & Makro
Endoskopie & MakroDefinition
- Tief infiltrierende Endometriose liegt vor, wenn Endometriosegewebe mit Fibrose und Hyperplasie mehr als 5 mm unter das Peritoneum infiltriert; Herde mit weniger als 5 mm gelten als oberflächlich.
- Endometriose ist durch endometriale Drüsen und Stroma außerhalb des Cavum uteri gekennzeichnet und eine östrogenabhängige entzündliche Erkrankung.
Einteilung
#ENZIAN-Klassifikation
- Die #ENZIAN-Klassifikation beschreibt kompartimentbezogen, auch tief infiltrierende Form.
- Das Kompartiment P steht für peritoneale Endometriose.
- Die Kompartimente O und T stehen für Ovarien; T: Tubo-ovarial-Übergang.
- Die Kompartimente A, B und C stehen für Vagina/Rektovaginalraum, Ligg. sacrouterina, Rektum.
- Die Zusätze F (für „far“) bezeichnen A: Adenomyose, B: Blase, U: Ureter, I: Darm, O: andere.
- Die Größe der Herde wird kodiert in 3 Stufen: <1 cm, 1–3 cm, >3 cm.
Lokalisation
- Bei Endometriose insgesamt sind die Ovarien am häufigsten betroffen, gefolgt von hinterem Ligamentum latum, vorderer und hinterer Excavatio und Sakrouterinligamenten; Endometrioseknoten können auch Darm, Ureter, Blase und Urethra befallen.
Vorkommen & Epidemiologie
Epidemiologie
- Die Prävalenz der Endometriose wird im reproduktiven Alter mit etwa 10–18 % und bei Infertilität mit 20–50 % angegeben; die tief infiltrierende Form macht 15–30 % der diagnostizierten Fälle aus.
Klinik
- Typisch sind Dysmenorrhoe, chronische Unterbauchschmerzen und Infertilität.
- Je nach Lokalisation kommen tiefe Dyspareunie, Dyschezie oder rektale Blutungen während der Menstruation sowie bei Blasenbefall Dysurie und Hämaturie hinzu.
- Bei der Untersuchung können ein verdicktes oder knotiges Septum rectovaginale oder Knoten an den Sakrouterinligamenten tastbar sein; der Befund kann aber auch normal sein.
Diagnostik
- In einer Metaanalyse erreichte die körperliche Untersuchung eine gepoolte Sensitivität von 71 % und Spezifität von 69 %, der Vaginalultraschall 76 % und 94 %, die MRT 82 % und 87 %.
- Zusatztechniken wie die Beurteilung der Organverschieblichkeit (Sliding Sign) und eine rektale Wasserkontrastierung verbessern die Treffsicherheit des Vaginalultraschalls.
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Weiterführende Literatur (Auswahl)
- Comparison of physical examination, ultrasound techniques and magnetic resonance imaging for the diagnosis of deep infiltrating endometriosis: A systematic review and meta-analysis of diagnostic accuracy studies (Exp Ther Med 2020, PubMed Central)
- StatPearls: Endometriosis
- MSD Manual Professional: Endometriosis
- DocCheck Flexikon, Endometriose
Querverweise
Weitere Themen: Endometriose & Adenomyose
Hinweis: Lerninhalt aus der GynFuchs-App (Karteikarten, Prüfungsfragen, Bildfälle) für die ärztliche Aus- und Weiterbildung – keine Behandlungsempfehlung und kein Ersatz für Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall. Therapie und Vorgehen werden auf dieser Seite bewusst nicht dargestellt.