Diabetische Dermopathie (Shin spots)

Synonyme
Shin spots, Schienbeinflecken, prätibiale pigmentierte Flecken, diabetische Schienbeinflecken, diabetic dermopathy, pigmented pretibial patches
Fachgebiet
Dermatologie · Stoffwechsel & Haut
Bilder
Klinik 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Histologie
  7. Diagnostik
  8. Differenzialdiagnosen
  9. Weiterlernen in der App
  10. Literatur (Auswahl)
  11. Querverweise

Bilder (1)

Diabetische Dermopathie (Shin spots) – klinisches Foto: Bräunliche, leicht eingesunkene Flecken am Schienbein („shin spots“)
Bräunliche, leicht eingesunkene Flecken am Schienbein („shin spots“) (Foto: Abate, Aroucha, Nóbrega et al. (2025), Europe PMC, CC BY 4.0) (Foto: Abate, Aroucha, Nóbrega et al. (2025), …Abate, Aroucha, Nóbrega et al. (2025), „Cutaneous manifestations of diabetes mellitus: a narrative review", CC BY 4.0, via Wikimedia Commons · CC BY 4.0 · Quelle

Definition

Die diabetische Dermopathie ist eine der häufigsten Hautveränderungen bei Diabetes mellitus. Sie zeigt sich mit rundlichen bis ovalen, hellbraunen bis rötlich-braunen, leicht eingesunkenen (atrophen) Flecken, typischerweise an den Schienbeinen („Shin spots“).

Vorkommen & Epidemiologie

Bis zu 30 % der Menschen mit Diabetes sind betroffen, vor allem ältere Patienten oder solche mit einer Diabetesdauer von mindestens 10–20 Jahren; ein Zusammenhang mit erhöhtem HbA1c ist beschrieben. Einzelne Herde kommen auch ohne Diabetes vor, besonders nach Verletzungen; vier oder mehr Herde finden sich fast nur bei Diabetes.

Ätiopathogenese

Die Ursache ist ungeklärt. Die Dermopathie ist mit den mikroangiopathischen Komplikationen Retinopathie, Neuropathie und Nephropathie assoziiert, ein Zusammenhang mit koronarer Herzkrankheit wurde ebenfalls gezeigt. Da die Herde über Knochenvorsprüngen liegen, wird eine verstärkte Reaktion auf Bagatelltraumen angenommen; Herde wurden nach Hitze, Kälte oder stumpfen Stößen beobachtet.

Klinik

  • Runde oder ovale, rötlich-braune Flecken, anfangs schuppend, später flach und eingesunken.
  • Meist an beiden Schienbeinen; seltener an Oberschenkelvorderseite, Unterarm, Fußkante, Kopfhaut oder Rumpf.
  • Die Herde selbst sind harmlos.

Histologie

In einer Autopsiestudie (14 Biopsien) fanden sich in fast allen Fällen dermale Pigmentablagerungen aus Hämosiderin und Melanin sowie häufig vermehrtes epidermales Melanin; eine deutliche Wandverdickung der Gefäße zeigten nur 4 von 14 Proben.

Diagnostik

  • Klinisch anhand des typischen Bildes; eine Biopsie ist selten nötig.
  • Bei Schienbeinflecken ohne bekannten Diabetes ist eine Untersuchung auf Diabetes mellitus angezeigt; bei bekanntem Diabetes gilt die Dermopathie als Hinweis auf mikroangiopathische Komplikationen.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Skin problems associated with diabetes mellitus (Diabetic dermopathy)
  2. PubMed: Diabetic dermopathy: A subtle sign with grave implications (PMID 18155320)
  3. PubMed: Defining diabetic dermopathy (PMID 21762390)

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.