Ataxia teleangiectatica (Louis-Bar-Syndrom)
- Synonyme
- Louis-Bar-Syndrom, Ataxia teleangiectasia, Ataxie-Teleangiektasie, Ataxia-Teleangiektasie-Syndrom, A-T, ataxia telangiectasia, Louis-Bar syndrome
- Fachgebiet
- Dermatologie · Hereditäre Hauterkrankungen
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- Klinik 1
- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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KI-IllustrationDefinition
Die Ataxia teleangiectatica ist eine seltene autosomal-rezessive Multisystemerkrankung mit fortschreitender zerebellärer Ataxie, okulokutanen Teleangiektasien, kombiniertem humoralem und zellulärem Immundefekt, Krebsneigung und Strahlenempfindlichkeit. Sie zählt zu den Genominstabilitätssyndromen.
Vorkommen & Epidemiologie
Die Häufigkeit wird auf 1:40.000 bis 1:100.000 Lebendgeburten geschätzt. Bei Blutsverwandtschaft der Eltern ist sie deutlich höher. Alle Ethnien und beide Geschlechter sind betroffen.
Ätiopathogenese
Ursache sind inaktivierende Mutationen im ATM-Gen (11q22–23). Das ATM-Protein, eine Proteinkinase, koordiniert die zelluläre Antwort auf DNA-Doppelstrangbrüche und anderen genotoxischen Stress.
Klinik
- Ataxie meist als erstes Zeichen, wenn die Kinder laufen lernen (1.–2. Lebensjahr); fortschreitend mit verwaschener Sprache, choreoathetoiden Bewegungen, gestörter Augenbewegungskontrolle und Muskelschwäche; mit etwa 10–11 Jahren sind die meisten auf einen Rollstuhl angewiesen.
- Teleangiektasien meist erst zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr, mitunter erst in der Adoleszenz: zuerst an der Bindehaut im Bereich der Augenwinkel, später an Ohren, Wangen, seitlichem Hals, Ellenbeugen und Kniekehlen.
- Rezidivierende Infekte der Nasennebenhöhlen und Atemwege bis hin zu Bronchiektasen.
- Erhöhtes Krebsrisiko, vor allem für Leukämien und Lymphome.
Diagnostik
- Verdacht bei Ataxie (besonders mit Teleangiektasien) und typischen Laborbefunden: erhöhtes Alpha-Fetoprotein, IgA-Mangel (bei etwa 80 %), Lymphopenie vor allem der T-Zellen.
- Chromosomenanalyse: vermehrte Chromosomenbrüche, Translokationen 7;14.
- Gesichert wird die Diagnose durch den Nachweis von Mutationen auf beiden Allelen des ATM-Gens.
Differenzialdiagnosen
- Rosazea (Rosacea)
- Erythema perstans faciei
- Cutis laxa (generalisierte Elastolyse)
- Blaschko-Linien
- Bloom-Syndrom
- Xeroderma pigmentosum
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.