Phlegmone (Zellulitis)

Synonyme
Zellulitis, Cellulitis, Weichteilphlegmone, Unterschenkelphlegmone, phlegmon, soft tissue infection
Fachgebiet
Dermatologie · Bakterielle Infektionen
Bilder
Klinik 1
In der App
4 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Ätiopathogenese
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Differenzialdiagnosen
  7. Weiterlernen in der App
  8. Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Phlegmone (Zellulitis) – KI-Illustration (kein Patientenfoto): unscharf begrenzte, tiefe Weichteilentzündung mit Überwärmung (28-jährige(r) Patientin, Unterschenkel)KI-Illustration
unscharf begrenzte, tiefe Weichteilentzündung mit Überwärmung (28-jährige(r) Patientin, Unterschenkel)KI-generierte Illustration zu Lehrzwecken – kein echtes Patientenfoto.

Definition

Die Phlegmone (englisch „cellulitis“) ist eine akute, sich flächenhaft ausbreitende bakterielle Infektion der tiefen Dermis und der Subkutis.

Abgrenzung zum Erysipel: Das Erysipel ist eine oberflächlichere Infektion (obere Dermis einschließlich der Lymphgefäße) mit glänzender, erhabener, scharf begrenzter Rötung; die Phlegmone liegt tiefer und ist meist unscharf begrenzt. In manchen Regionen, besonders in Europa, werden die Begriffe Erysipel und Cellulitis auch synonym verwendet.

Ätiopathogenese

Häufigste Erreger sind β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes, etwa zwei Drittel) und Staphylococcus aureus (etwa ein Drittel). Streptokokken breiten sich durch Enzyme wie Streptokinase, DNase und Hyaluronidase diffus und rasch aus; Staphylokokken-Infektionen sind eher lokalisiert und gehen oft von offenen Wunden oder Abszessen aus. Eintrittspforten sind Hautdefekte, etwa durch Tinea pedis, Onychomykose, Ulcus cruris, Druckgeschwüre oder aufgekratzte Ekzeme; weitere Risikofaktoren sind frühere Episoden, Lymphödem, Immunschwäche, Diabetes und Adipositas.

Klinik

  • Meist an der unteren Extremität und einseitig; beidseitiger Befall spricht eher für eine andere Ursache.
  • Überwärmte, gerötete, ödematöse, schmerzhafte Haut, oft mit Orangenhaut (peau d’orange); die Ränder sind meist unscharf – anders als beim scharf begrenzten Erysipel.
  • Petechien häufig; Blasen, Erosionen und Nekrosen möglich. Meist nicht eitrig; die eitrige Form geht mit Pusteln, Furunkeln oder Abszessen einher.
  • Fieber und Schüttelfrost können dem Hautbefund um Stunden vorausgehen; oft Lymphangitis und regionale Lymphknotenschwellung.
  • Warnzeichen einer komplizierten oder nekrotisierenden Infektion: Schmerz unverhältnismäßig zum Befund, Hauteinblutungen, Blasen, Hautablösung, Gefühllosigkeit der Haut, rasche Ausbreitung, Gas im Gewebe, Zeichen systemischer Toxizität.

Diagnostik

  • Klinische Diagnose nach Anamnese und Befund; im Labor häufig Leukozytose und erhöhtes CRP.
  • Blut- und Gewebekulturen nicht routinemäßig, aber bei Immunsuppression oder systemischen Infektionszeichen sinnvoll.
  • Bildgebung: Sonographie zur Abgrenzung eines Abszesses, MRT bei Verdacht auf nekrotisierende Weichteilinfektion, Duplexsonographie bei Verdacht auf tiefe Beinvenenthrombose.
  • Abgrenzung u. a. von Stauungsdermatitis (meist beidseitig) und Kontaktdermatitis (Juckreiz, Begrenzung auf die Kontaktstelle).

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

In der DermaFuchs-App lernst du Phlegmone (Zellulitis) mit Karteikarten, Prüfungsfragen und Blickdiagnosen – kostenlos, im Browser oder als App.

Teste dich: Blickdiagnose-Quiz mit echten Fällen →

In der App: 4 Karteikarten

Im Browser starten  Im App Store laden

Literatur (Auswahl)

  1. MSD Manual Professional: Cellulitis
  2. MSD Manual Professional: Erysipelas
  3. DermNet: Cellulitis

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.