Phlegmone (Zellulitis)
- Synonyme
- Zellulitis, Cellulitis, Weichteilphlegmone, Unterschenkelphlegmone, phlegmon, soft tissue infection
- Fachgebiet
- Dermatologie · Bakterielle Infektionen
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- Klinik 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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KI-IllustrationDefinition
Die Phlegmone (englisch „cellulitis“) ist eine akute, sich flächenhaft ausbreitende bakterielle Infektion der tiefen Dermis und der Subkutis.
Abgrenzung zum Erysipel: Das Erysipel ist eine oberflächlichere Infektion (obere Dermis einschließlich der Lymphgefäße) mit glänzender, erhabener, scharf begrenzter Rötung; die Phlegmone liegt tiefer und ist meist unscharf begrenzt. In manchen Regionen, besonders in Europa, werden die Begriffe Erysipel und Cellulitis auch synonym verwendet.
Ätiopathogenese
Häufigste Erreger sind β-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes, etwa zwei Drittel) und Staphylococcus aureus (etwa ein Drittel). Streptokokken breiten sich durch Enzyme wie Streptokinase, DNase und Hyaluronidase diffus und rasch aus; Staphylokokken-Infektionen sind eher lokalisiert und gehen oft von offenen Wunden oder Abszessen aus. Eintrittspforten sind Hautdefekte, etwa durch Tinea pedis, Onychomykose, Ulcus cruris, Druckgeschwüre oder aufgekratzte Ekzeme; weitere Risikofaktoren sind frühere Episoden, Lymphödem, Immunschwäche, Diabetes und Adipositas.
Klinik
- Meist an der unteren Extremität und einseitig; beidseitiger Befall spricht eher für eine andere Ursache.
- Überwärmte, gerötete, ödematöse, schmerzhafte Haut, oft mit Orangenhaut (peau d’orange); die Ränder sind meist unscharf – anders als beim scharf begrenzten Erysipel.
- Petechien häufig; Blasen, Erosionen und Nekrosen möglich. Meist nicht eitrig; die eitrige Form geht mit Pusteln, Furunkeln oder Abszessen einher.
- Fieber und Schüttelfrost können dem Hautbefund um Stunden vorausgehen; oft Lymphangitis und regionale Lymphknotenschwellung.
- Warnzeichen einer komplizierten oder nekrotisierenden Infektion: Schmerz unverhältnismäßig zum Befund, Hauteinblutungen, Blasen, Hautablösung, Gefühllosigkeit der Haut, rasche Ausbreitung, Gas im Gewebe, Zeichen systemischer Toxizität.
Diagnostik
- Klinische Diagnose nach Anamnese und Befund; im Labor häufig Leukozytose und erhöhtes CRP.
- Blut- und Gewebekulturen nicht routinemäßig, aber bei Immunsuppression oder systemischen Infektionszeichen sinnvoll.
- Bildgebung: Sonographie zur Abgrenzung eines Abszesses, MRT bei Verdacht auf nekrotisierende Weichteilinfektion, Duplexsonographie bei Verdacht auf tiefe Beinvenenthrombose.
- Abgrenzung u. a. von Stauungsdermatitis (meist beidseitig) und Kontaktdermatitis (Juckreiz, Begrenzung auf die Kontaktstelle).
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.