Lymphödem

Synonyme
Lymphoedem, Lymphstauung, primäres Lymphödem, sekundäres Lymphödem, Stemmer-Zeichen, Elephantiasis nostras verrucosa, lymphedema, primary lymphoedema, secondary lymphoedema, Stemmer sign
Fachgebiet
Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
Bilder
Klinik 1
In der App
8 Karteikarten
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Einteilung
  4. Klinik
  5. Diagnostik
  6. Differenzialdiagnosen
  7. Weiterlernen in der App
  8. Literatur (Auswahl)
  9. Querverweise

Bilder (1)

Lymphödem – Bein – klinisches Foto: massive derbe Schwellung von Unterschenkel und Fuß mit Rötung und Hautdefekt
massive derbe Schwellung von Unterschenkel und Fuß mit Rötung und Hautdefekt (Bein)Wesalius, „Lymphedema̠ right leg.jpg", CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Quelle

Definition

Das Lymphödem ist eine chronische Schwellung infolge eines gestörten Lymphabflusses: Eiweiß- und wasserreiche Gewebsflüssigkeit wird nicht ausreichend abtransportiert. Es tritt umschrieben oder diffus auf, z. B. an einer oder mehreren Extremitäten.

Einteilung

  • Primäres Lymphödem: Aplasie oder Hypoplasie der Lymphgefäße, oft erblich; nach Manifestationsalter kongenital (vor dem 2. Lebensjahr, z. B. autosomal-dominanter Morbus Milroy mit VEGFR3-Mutationen), Lymphoedema praecox (2.–35. Lebensjahr, typischerweise bei Frauen zu Menarche oder Schwangerschaft) und Lymphoedema tarda (nach dem 35. Lebensjahr).
  • Sekundäres Lymphödem (weit häufiger): Unterbrechung der Lymphbahnen, z. B. nach Lymphknotendissektion oder Strahlenschäden bei Krebs, in den Tropen v. a. durch lymphatische Filariose; ferner bei chronisch venöser Insuffizienz, Trauma, Erysipel und Tumorobstruktion.

Klinik

  • Spannungs- und Schweregefühl; an den Beinen meist ausgeprägter als an den Armen.
  • Stadium 1: eindrückbares (dellenbildendes) Ödem, das sich oft über Nacht zurückbildet.
  • Stadium 2: nicht mehr eindrückbares Ödem, beginnende Fibrose durch chronische Entzündung.
  • Stadium 3: derbes, irreversibles Ödem durch Weichteilfibrose, verdickte Haut mit Orangenhaut-Aspekt.
  • Bei Fortschreiten tiefe Hautfalten und warzenartige Papeln an Knöcheln, Füßen und Zehen (Elephantiasis nostras verrucosa); extreme Formen (Elephantiasis) v. a. bei Filariose.
  • Komplikationen: Erysipel und andere bakterielle Infektionen, Dermatitis, selten Lymphangiosarkom (Stewart-Treves-Syndrom).

Diagnostik

  • Überwiegend klinische Diagnose aus Anamnese (einschließlich Familienanamnese) und Befund.
  • Stemmer-Zeichen: Lässt sich die Haut über dem Fuß- oder Handrücken nicht als Falte abheben, ist es positiv. In einer lymphszintigrafisch kontrollierten Studie lag die Sensitivität bei 92 %, die Spezifität nur bei 57 % (falsch positiv u. a. bei Adipositas).
  • Lymphszintigrafie bei unklarer Diagnose oder Ursache; CT/MRT zeigen Abflusshindernisse; Sonografie zur Abgrenzung z. B. einer tiefen Venenthrombose; bei unklarer Ursache Tumorsuche.
  • Abgrenzung vom Lipödem (Fettgewebsvermehrung an Ober- und Unterschenkeln beidseits).

Differenzialdiagnosen

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Lymphoedema
  2. MSD Manual Professional: Lymphedema
  3. PubMed: Sensitivity and Specificity of the Stemmer Sign for Lymphedema: A Clinical Lymphoscintigraphic Study (PMID 31624689)

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.