Lymphödem
- Synonyme
- Lymphoedem, Lymphstauung, primäres Lymphödem, sekundäres Lymphödem, Stemmer-Zeichen, Elephantiasis nostras verrucosa, lymphedema, primary lymphoedema, secondary lymphoedema, Stemmer sign
- Fachgebiet
- Dermatologie · Gefäßerkrankungen der Haut
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- Klinik 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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Definition
Das Lymphödem ist eine chronische Schwellung infolge eines gestörten Lymphabflusses: Eiweiß- und wasserreiche Gewebsflüssigkeit wird nicht ausreichend abtransportiert. Es tritt umschrieben oder diffus auf, z. B. an einer oder mehreren Extremitäten.
Einteilung
- Primäres Lymphödem: Aplasie oder Hypoplasie der Lymphgefäße, oft erblich; nach Manifestationsalter kongenital (vor dem 2. Lebensjahr, z. B. autosomal-dominanter Morbus Milroy mit VEGFR3-Mutationen), Lymphoedema praecox (2.–35. Lebensjahr, typischerweise bei Frauen zu Menarche oder Schwangerschaft) und Lymphoedema tarda (nach dem 35. Lebensjahr).
- Sekundäres Lymphödem (weit häufiger): Unterbrechung der Lymphbahnen, z. B. nach Lymphknotendissektion oder Strahlenschäden bei Krebs, in den Tropen v. a. durch lymphatische Filariose; ferner bei chronisch venöser Insuffizienz, Trauma, Erysipel und Tumorobstruktion.
Klinik
- Spannungs- und Schweregefühl; an den Beinen meist ausgeprägter als an den Armen.
- Stadium 1: eindrückbares (dellenbildendes) Ödem, das sich oft über Nacht zurückbildet.
- Stadium 2: nicht mehr eindrückbares Ödem, beginnende Fibrose durch chronische Entzündung.
- Stadium 3: derbes, irreversibles Ödem durch Weichteilfibrose, verdickte Haut mit Orangenhaut-Aspekt.
- Bei Fortschreiten tiefe Hautfalten und warzenartige Papeln an Knöcheln, Füßen und Zehen (Elephantiasis nostras verrucosa); extreme Formen (Elephantiasis) v. a. bei Filariose.
- Komplikationen: Erysipel und andere bakterielle Infektionen, Dermatitis, selten Lymphangiosarkom (Stewart-Treves-Syndrom).
Diagnostik
- Überwiegend klinische Diagnose aus Anamnese (einschließlich Familienanamnese) und Befund.
- Stemmer-Zeichen: Lässt sich die Haut über dem Fuß- oder Handrücken nicht als Falte abheben, ist es positiv. In einer lymphszintigrafisch kontrollierten Studie lag die Sensitivität bei 92 %, die Spezifität nur bei 57 % (falsch positiv u. a. bei Adipositas).
- Lymphszintigrafie bei unklarer Diagnose oder Ursache; CT/MRT zeigen Abflusshindernisse; Sonografie zur Abgrenzung z. B. einer tiefen Venenthrombose; bei unklarer Ursache Tumorsuche.
- Abgrenzung vom Lipödem (Fettgewebsvermehrung an Ober- und Unterschenkeln beidseits).
Differenzialdiagnosen
- Stammvarikose
- Purpura jaune d’ocre
- CRPS / Morbus Sudeck
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.