Balanitis plasmacellularis Zoon
- Synonyme
- Balanitis circumscripta plasmacellularis, Zoon-Balanitis, plasmazelluläre Balanitis, Plasma cell balanitis
- Fachgebiet
- Dermatologie · Regionale & spezielle Hauterkrankungen
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- Klinik 1 · Histologie 1
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
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HistologieDefinition
Die Balanitis plasmacellularis Zoon ist eine gutartige, chronische, idiopathische Entzündung der Genitalschleimhaut mit plasmazellreichem Infiltrat, typischerweise als scharf begrenzter, glänzender, roter Herd an der Glans penis. Zoon beschrieb sie 1952. Entsprechende Veränderungen bei Frauen werden als Vulvitis plasmacellularis bezeichnet.
Vorkommen & Epidemiologie
Betroffen sind überwiegend nicht beschnittene Männer mittleren und höheren Alters. Verlässliche Angaben zu Inzidenz und Prävalenz fehlen; vermutlich wird die Erkrankung zu selten diagnostiziert.
Ätiopathogenese
Die Ursache ist ungeklärt. Angenommen wird eine chronische Schleimhautreizung bei „dysfunktionalem“ Präputium mit Retention von Urin und Smegma, Feuchtigkeit, Reibung und Wärme. Das Plasmazellinfiltrat ist polyklonal.
Klinik
- Einzelne oder mehrere scharf begrenzte, orangerote, glänzende, feuchte Flecken oder leicht erhabene Plaques an der Glans, mitunter auch am Präputium.
- „Cayennepfeffer-Flecken“: punktförmige, hellrote Tüpfel durch Mikroblutungen und Hämosiderinablagerung.
- Am gegenüberliegenden Präputium mitunter spiegelbildliche Herde („kissing lesions“); nach Erosion bleibt mitunter eine rostfarbene Verfärbung.
- Meist beschwerdefrei; gelegentlich Juckreiz, Brennen, Schmerzen oder Dysurie.
Histologie
Früh Akanthose und Parakeratose, später Epidermisatrophie, Erosionen und rautenförmige („lozenge“) Keratinozyten. In der oberen Dermis bandförmiges Infiltrat mit meist über 50 % Plasmazellen, dazu Siderophagen, Erythrozytenaustritte und senkrecht bis schräg verlaufende, erweiterte Gefäße.
Diagnostik
- Verdacht klinisch bei typischem Aspekt am nicht beschnittenen Penis.
- Dermatoskopie: fokale oder diffuse orange-gelbliche strukturlose Areale (Hämosiderin) und gebogene Gefäße.
- Biopsie zur Sicherung, vor allem zur Abgrenzung der Erythroplasie Queyrat (Carcinoma in situ) und anderer Balanitiden, etwa durch Candida, Lichen planus oder Psoriasis.
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.