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Arzt-Arzt-Gespräch und Übergabe: SBAR, ISBAR und Patientenvorstellung

Lesezeit ca. 7 Minuten · Für internationale Ärztinnen und Ärzte

Von Dr. Pascal Bafteh · zuletzt aktualisiert 09/2026

Im Arzt-Arzt-Gespräch stellst du einen Fall einer Kollegin oder einem Kollegen vor – knapp, geordnet und in Fachsprache. Anders als im Patientengespräch sind Fachbegriffe hier ausdrücklich erwünscht. Entscheidend ist eine klare Struktur, damit dein Gegenüber in kurzer Zeit ein vollständiges Bild bekommt.

Was im Arzt-Arzt-Gespräch zählt

Die Prüfenden achten darauf, ob du die wichtigsten Informationen in einer sinnvollen Reihenfolge präsentierst, ob du Fachbegriffe korrekt einsetzt und ob du auf Rückfragen sicher reagierst. Die Grundlage ist meist derselbe Fall wie im Anamnesegespräch und im Arztbrief – nur diesmal mündlich und in verdichteter Form.

Die Patientenvorstellung in vier Schritten

Ein einfacher Ablauf, der auch in der Kurvenvisite funktioniert: Wer? – Warum aufgenommen? – Was bisher? – Was jetzt? Für eine kurze Vorstellung reichen oft ein bis zwei Minuten.

  1. Wer: „Ich möchte Ihnen Herrn Schmidt vorstellen, 68 Jahre alt, heute aufgenommen."
  2. Warum: „Er stellte sich mit seit drei Tagen bestehenden thorakalen Schmerzen vor."
  3. Was bisher: „Anamnestisch bestehen eine arterielle Hypertonie und ein Diabetes mellitus Typ 2. In der körperlichen Untersuchung zeigte sich …"
  4. Was jetzt: „Aktuell ist der Patient kreislaufstabil. Als Verdachtsdiagnose sehe ich …, differenzialdiagnostisch kommt … in Betracht."

Achte auf das Tempus: Die Aufnahmesituation erzählst du im Präteritum oder Perfekt, den aktuellen Zustand im Präsens, geplante Schritte im Präsens oder Futur.

SBAR: die Struktur für die Übergabe

SBAR ist eine Merkhilfe, die international in Kliniken verbreitet ist. Sie ordnet jede Übergabe in vier Teile. Das Beispiel ist bewusst allgemein gehalten – es geht um die Sprache.

TeilInhaltFormulierung
S – SituationWer spricht, um wen geht es, was ist das akute Problem?„Mein Name ist Dr. Müller, Station 4B. Ich rufe an wegen Frau Keller, 78 Jahre, Zimmer 12. Sie hat seit einer Stunde zunehmende Atemnot."
B – BackgroundRelevante Vorgeschichte, Aufnahmegrund„Sie wurde vor zwei Tagen wegen einer Pneumonie aufgenommen. Bekannt ist außerdem eine Herzinsuffizienz."
A – AssessmentDeine Einschätzung und aktuelle Werte„Die Atemfrequenz ist erhöht, sie wirkt erschöpft. Ich mache mir Sorgen, dass sich ihr Zustand verschlechtert."
R – RecommendationDeine konkrete Bitte mit Zeitrahmen„Ich bitte Sie, sich die Patientin in den nächsten 15 Minuten anzusehen."

Zum Abschluss lohnt sich eine Rückfrage: „Haben Sie noch Fragen, oder brauchen Sie weitere Informationen?"

ISBAR am Telefon

Am Telefon fehlt der Blickkontakt, deshalb wird SBAR um ein I für Identification erweitert: Du nennst zuerst dich selbst, deine Funktion und deinen Standort.

Zwei Techniken machen Telefonate sicherer:

Notiere nach dem Gespräch Uhrzeit, Gesprächspartner und Inhalt.

Die Dienstübergabe

Beim Schichtwechsel übergibst du oft viele Personen nacheinander. Hilfreich ist eine feste Reihenfolge pro Patientin oder Patient: Identifikation (Name, Alter, Zimmer, Hauptdiagnose), aktueller Zustand, offene Aufgaben in dieser Schicht, besondere Hinweise.

Konsil-Anfrage: höflich und präzise

Wenn du eine andere Fachabteilung um Mitbeurteilung bittest, braucht es eine klare Frage. „Schauen Sie mal drüber" ist keine Konsil-Anfrage.

Visite am Bett: zwei Sprachebenen gleichzeitig

Bei der Visite sprichst du mit dem Team in Fachsprache, während die Patientin oder der Patient zuhört. Bezieh die Person ausdrücklich ein und übersetze, was gesagt wurde.

Fachtermini, die im Kollegengespräch sitzen sollten

Satzanfänge für eine flüssige Vorstellung

Mit einigen festen Satzanfängen klingt deine Vorstellung sicher, auch wenn du gerade nach dem nächsten Wort suchst:

Häufige Fehler

Auf Rückfragen reagieren

Nach der Vorstellung stellen die Prüfenden oft Fragen. Wenn du etwas nicht weißt, bleib ruhig und formuliere es professionell:

Wie du mit Patientinnen und Patienten über schwierige Befunde sprichst, zeigt der Ratgeber „Schlechte Nachrichten überbringen: das SPIKES-Modell".

FSP-Med: Fachsprache täglich üben

Im KLINIKFUCHS-Modul FSP-Med übst du genau diese Formulierungen: Karteikarten mit Lücken, Patientengespräche zum Mitsprechen und eine simulierte Prüfung – kostenlos, mit Hilfen in 13 Sprachen.

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Hinweis: Dieser Ratgeber behandelt ausschließlich Sprache und Gesprächsstruktur. Er enthält keine Behandlungs- oder Therapieempfehlungen. Ablauf und Anforderungen der Fachsprachprüfung legt die für dich zuständige Ärztekammer fest.