Wiesengrasdermatitis

Fachgebiet
Dermatologie · Umwelt & Licht
Bilder
Klinik 1
Stand
10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
Inhalt
  1. Bilder (1)
  2. Definition
  3. Vorkommen & Epidemiologie
  4. Ätiopathogenese
  5. Klinik
  6. Diagnostik
  7. Differenzialdiagnosen
  8. Weiterlernen in der App
  9. Literatur (Auswahl)
  10. Querverweise

Bilder (1)

Wiesengrasdermatitis – klinisches Foto: streifig angeordnete, gespannte Blasen auf geröteter Haut am Unterarm nach Kontakt mit Weinraute und Sonne
streifig angeordnete, gespannte Blasen auf geröteter Haut am Unterarm nach Kontakt mit Weinraute und SonneVincent, Public domain, via Wikimedia Commons · Public domain · Quelle

Definition

Die Phytophotodermatitis ist eine phototoxische Hautreaktion: Lichtsensibilisierende Pflanzenstoffe (Furocumarine) aus Pflanzensaft oder Früchten gelangen auf die Haut, anschließendes Sonnenlicht löst die Entzündung aus. Die bullöse, streifige Ausprägung wird traditionell als Wiesengräserdermatitis (Dermatitis bullosa striata pratensis) bezeichnet. Es handelt sich nicht um eine Allergie.

Vorkommen & Epidemiologie

Grundsätzlich kann jeder erkranken. Besonders exponiert sind Gärtner, Erntehelfer im Gemüseanbau, Wanderer, Barpersonal (Limettensaft) und Personen, die mit Motorsensen arbeiten; Kinder etwa beim Spielen mit hohlen Pflanzenstängeln.

Ätiopathogenese

Furocumarine (Psoralene) werden durch UVA-Strahlung aktiviert und schädigen Zellmembranen direkt, ohne Beteiligung des Immunsystems. Typische Auslöser sind Doldenblütler wie Riesenbärenklau, Wiesenbärenklau, Pastinake und Sellerie, Rautengewächse wie Limette, Diptam und Weinraute sowie der Milchsaft der Feige. Nach Verzehr großer Mengen furocumarinhaltiger Lebensmittel kann eine ausgedehntere Lichtempfindlichkeit entstehen.

Klinik

  • Etwa 24–48 Stunden nach Sonnenexposition Rötung, Schwellung und häufig Blasen genau an den Kontaktstellen, schmerzhaft wie ein Sonnenbrand.
  • Typisch sind streifige, lineare oder bizarr geformte Herde, besonders an den Extremitäten, sowie Tropf- und Spritzmuster (z. B. Limettensaft, Motorsense).
  • Nach dem Abklingen bleibt oft eine streifige postinflammatorische Hyperpigmentierung, die Wochen bis Jahre bestehen kann.

Diagnostik

  • Die Diagnose ist klinisch: Anamnese mit Pflanzenkontakt und nachfolgender Sonne plus typisches streifiges Verteilungsmuster.
  • Abzugrenzen sind u. a. die allergische Kontaktdermatitis auf Pflanzen, Verbrennungen, Artefakte und – bei Kindern – Misshandlungsverletzungen.

Differenzialdiagnosen

Weiterlernen in der App

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Literatur (Auswahl)

  1. DermNet: Phytophotodermatitis
  2. MSD Manual Professional: Photosensitivity (Abschnitt Phytophotodermatitis)
  3. PubMed: Schempp CM et al. Dermatitis bullosa striata pratensis caused by Dictamnus albus L. (burning bush). Hautarzt 1996 (PMID 8999028)
  4. PubMed: Schempp CM et al. Bullous phototoxic contact dermatitis caused by Ruta graveolens L. (garden rue). Hautarzt 1999 (PMID 10427513)

Querverweise

Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.