Röteln (Rubella)
- Synonyme
- Rubella, Rötelnvirus, Rötelnexanthem, konnatale Röteln, konnatales Rötelnsyndrom, Rötelnembryopathie, German measles, rubella rash, congenital rubella syndrome
- Fachgebiet
- Dermatologie · Virale Infektionen
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- Stand
- 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh
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Definition
Röteln sind eine durch das Rötelnvirus (Familie Togaviridae, Genus Rubivirus) verursachte, meist milde Infektionskrankheit mit kleinfleckigem Exanthem und Lymphknotenschwellung. Bedeutsam ist vor allem die Infektion in der Schwangerschaft, die zum konnatalen Rötelnsyndrom (CRS) führen kann.
Vorkommen & Epidemiologie
Der Mensch ist der einzige natürliche Wirt. Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, die Inkubationszeit beträgt 14–21 Tage. Ansteckend sind Erkrankte von 7 Tagen vor bis 7 Tage nach Exanthembeginn. Bis zu 50 % der Infektionen verlaufen asymptomatisch. In Deutschland gelten die Röteln seit Dezember 2020 als eliminiert und treten nur noch sehr selten auf.
Klinik
- Prodromi (häufiger bei Erwachsenen): Kopfschmerzen, subfebrile Temperaturen, Konjunktivitis, Katarrh der oberen Luftwege.
- Lymphknotenschwellung besonders nuchal und retroaurikulär.
- Exanthem: kleinfleckig, makulös bis makulopapulös, rosa bis hellrot (Flecken etwa 2–3 mm); beginnt im Gesicht, breitet sich über Rumpf und Extremitäten aus und verschwindet nach 1–3 Tagen.
- Forchheimer-Zeichen: Petechien an weichem Gaumen und Uvula in der Prodromalphase.
- Arthralgien und Arthritiden vor allem bei erwachsenen Frauen; selten Thrombozytopenie mit Purpura oder Enzephalitis.
- Konnatales Rötelnsyndrom: bei Infektion in den ersten 12 Schwangerschaftswochen Schäden bei bis zu 90 % der Feten; klassische Gregg-Trias aus Herzfehler, Katarakt und Innenohrtaubheit; an der Haut mitunter ein „Blueberry-Muffin“-Bild.
Diagnostik
- Die rein klinische Diagnose ist unzuverlässig (ähnliche Exantheme u. a. bei Masern, Ringelröteln und Scharlach); jeder Verdachtsfall wird labordiagnostisch abgeklärt.
- RT-PCR aus Rachenabstrich und Urin, möglichst bald nach Exanthembeginn.
- Serologie: IgM-Antikörper (ab etwa Tag 5 nach Symptombeginn bei über 90 % positiv, falsch positive Befunde möglich) oder deutlicher (mehr als 4-facher) IgG-Anstieg in zwei Proben im Abstand von 10–14 Tagen.
- In Deutschland namentlich meldepflichtig (Verdacht, Erkrankung, Tod, Erregernachweis).
Differenzialdiagnosen
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Literatur (Auswahl)
Querverweise
Hinweis: Diese Seite dient der ärztlichen Aus- und Weiterbildung und ersetzt keine Diagnose oder Therapieentscheidung im Einzelfall.