CHA₂DS₂-VASc-Score 1 – was bedeutet das?
⚠︎ Lernseite – nur Einteilung und Studienzahlen, keine Therapieempfehlung.
Kurz gesagt
Ein CHA₂DS₂-VASc von 1 liegt auf einer Skala von 0 bis 9 Punkten. In der landesweiten dänischen Kohorte von Olesen et al. (2011) gehört er zur Kategorie „intermediäres Risiko“ (0 = niedrig, 1 = intermediär, 2–9 = hoch).
Bei 1 Punkten betrug die Rate von Krankenhausaufnahme oder Tod durch Thromboembolie im ersten Jahr 2,01 pro 100 Personenjahre (95-%-KI 1,70–2,36), über 10 Jahre 1,45 pro 100 Personenjahre. 8.203 Personen der Kohorte (11,2 %) hatten diesen Wert.
Die Zahlen beschreiben Gruppen in den genannten Studien, nicht das Risiko einer einzelnen Person. Diese Seite enthält keine Therapie- oder Handlungsempfehlung.
So kommt ein Wert von 1 zustande
Insgesamt gibt es 6 verschiedene Kombinationen, die genau 1 Punkt ergeben. Beispiele:
- Hypertonie (1), männlich
- Alter 65–74 Jahre (1), männlich
- weibliches Geschlecht (1)
- Diabetes mellitus (1), männlich
- Herzinsuffizienz (1), männlich
- vaskuläre Erkrankung (1), männlich
Ohne Altersangabe ist ein Alter unter 65 Jahren gemeint. Schlaganfall/TIA/Thromboembolie und ein Alter ab 75 Jahren zählen je 2 Punkte, alle übrigen Kriterien je 1 Punkt.
Welcher Faktor den Punkt liefert, macht einen Unterschied
Olesen et al. werteten die Ereignisrate bei 1 Punkt getrennt nach dem einzelnen Risikofaktor aus (1. Jahr, je 100 Personenjahre):
- Herzinsuffizienz: 1,50 (95-%-KI 0,37–5,98)
- Hypertonie: 2,14 (95-%-KI 1,46–3,15)
- Diabetes mellitus: 3,47 (95-%-KI 1,65–7,27)
- vaskuläre Erkrankung: 0,75 (95-%-KI 0,24–2,33)
- Alter 65–74 Jahre: 2,88 (95-%-KI 2,29–3,62)
- weibliches Geschlecht: 1,24 (95-%-KI 0,89–1,73)
Die Autoren folgern, dass das Risiko eines bestimmten Punktwerts von den Faktoren abhängt, aus denen er sich zusammensetzt. Die Konfidenzintervalle sind wegen kleiner Untergruppen teils breit.
Was die Studien beschreiben
Lip et al. beschrieben den CHA₂DS₂-VASc 2010 als „Birmingham-2009-Schema“ in einer Kohorte von 1.084 Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern aus der Euro Heart Survey. Als Punktesystem zeigte er einen Anstieg der Thromboembolierate mit steigendem Punktwert (p für Trend = 0,003); bei den als niedriges Risiko eingestuften Personen traten keine Thromboembolien auf.
Olesen et al. prüften den Score 2011 in Dänemark an 73.538 Personen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern, die weder Vitamin-K-Antagonisten noch Heparin erhielten (1997–2006). Als Thromboembolie zählten ischämischer Schlaganfall, TIA, periphere arterielle Embolie und Lungenembolie.
Alle Punktwerte im Überblick
| Punkte | Kategorie (Olesen 2011) | Ereignisrate 1. Jahr* | Anteil der Kohorte |
|---|---|---|---|
| 0 | niedriges Risiko | 0,78 | 8,7 % |
| 1 | intermediäres Risiko | 2,01 | 11,2 % |
| 2 | hohes Risiko | 3,71 | 17,4 % |
| 3 | hohes Risiko | 5,92 | 23,6 % |
| 4 | hohes Risiko | 9,27 | 18,9 % |
| 5 | hohes Risiko | 15,26 | 12,2 % |
| 6 | hohes Risiko | 19,74 | 5,8 % |
| 7 | hohes Risiko | 21,50 | 1,9 % |
| 8 | hohes Risiko | 22,38 | 0,4 % |
| 9 | hohes Risiko | 23,64 | 0,1 % |
* Krankenhausaufnahme oder Tod durch Thromboembolie je 100 Personenjahre, dänische Kohorte ohne Vitamin-K-Antagonisten oder Heparin (Olesen 2011, Tabelle 2).
Selbst berechnen
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FAQ
Ist ein CHA₂DS₂-VASc von 1 hoch?▾
In der Einteilung von Olesen et al. (2011) gehört ein Wert von 1 zur Kategorie „intermediäres Risiko“. Die Ereignisrate im ersten Jahr lag in dieser Kohorte bei 2,01 pro 100 Personenjahre.
Welchem CHA₂DS₂-VA entspricht ein CHA₂DS₂-VASc von 1?▾
Der CHA₂DS₂-VA (ESC 2024) lässt nur die Geschlechtskategorie weg. Bei Männern ist er ebenfalls 1, bei Frauen 0.
Was bedeutet „1/9“?▾
1 von höchstens 9 möglichen Punkten. Die Höchstpunktzahl ist 9, weil sich die beiden Altersstufen (65–74 und ≥ 75 Jahre) ausschließen.
Quellen
- Lip GY et al. Refining clinical risk stratification for predicting stroke and thromboembolism in atrial fibrillation using a novel risk factor-based approach: the Euro Heart Survey on atrial fibrillation. Chest 2010;137:263–72. · PubMed
- Olesen JB et al. Validation of risk stratification schemes for predicting stroke and thromboembolism in patients with atrial fibrillation: nationwide cohort study. BMJ 2011;342:d124. · PubMed · Volltext (PMC)
- Van Gelder IC et al. 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation. Eur Heart J 2024;45:3314–414. · PubMed
Lernseite ausschließlich für die Aus- und Weiterbildung: Einteilung und in den genannten Quellen beschriebene Zahlen, keine Therapie- oder Handlungsempfehlung, nicht zur Anwendung bei Patientinnen und Patienten; kein Medizinprodukt. Stand: 10/2026 · Dr. Pascal Bafteh