Teste dein Wissen für die staatliche Prüfung zum Notfallsanitäter: 13 Multiple-Choice-Fragen aus dem Fragenpool von RettungsFuchs – nach Themen sortiert, mit Lösung und kurzer Erklärung. Kostenlos und ohne Anmeldung.
Hinweis: Übungsfragen im Stil der Prüfung – keine Original-Prüfungsfragen. Die Fragen stammen aus dem Fragenpool von RettungsFuchs und wurden für diese Seite sprachlich geglättet. Stand: Oktober 2026.
Die staatliche Prüfung zur Notfallsanitäterin bzw. zum Notfallsanitäter besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil. Die Fragen hier trainieren Grundlagenwissen, das in allen drei Teilen vorkommt: Krankheitsbilder erkennen, Einsatztaktik, Recht und Hygiene. Klicke eine Antwort an – die Lösung mit Erklärung klappt dann auf. Du kannst sie auch direkt über „Lösung anzeigen“ öffnen.
Ab welchem systolischen Blutdruck spricht man bei einem 4-jährigen Kind nach der gängigen Faustregel von einer Hypotonie?
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Richtig: E) Unter 78 mmHg (70 + 2 × Alter in Jahren)
Faustregel für 1- bis 10-Jährige: Untergrenze des systolischen Blutdrucks = 70 + 2 × Alter in Jahren. Für 4 Jahre ergibt das 70 + 8 = 78 mmHg; Werte darunter gelten als Hypotonie.
Frage 2 von 13
Ein 72-jähriger Diabetiker hat seit 35 Minuten eine Halbseitenlähmung rechts und eine Sprachstörung, GCS 13. Welche Untersuchung muss vor jeder Stroke-Voranmeldung erfolgen?
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Richtig: C) Eine Blutzuckermessung, denn eine Hypoglykämie kann einen Schlaganfall vortäuschen
Eine Hypoglykämie ist ein häufiger „Stroke Mimic" und kann fokale neurologische Ausfälle verursachen. Deshalb gehört die Blutzuckermessung vor jede Stroke-Voranmeldung.
Frage 3 von 13
Eine 45-jährige Patientin klagt zwei Wochen nach Hüft-TEP über plötzliche Atemnot. RR 80/50 mmHg, HF 130/min, SpO₂ 87 % unter Raumluft, sie war kurz bewusstlos. Welche Einordnung passt am besten?
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Richtig: D) Hochrisiko-Lungenembolie
Hohes Risiko bedeutet bei der Lungenembolie hämodynamische Instabilität, also Hypotonie oder Schock. Frische Operation, Synkope, Tachykardie und Hypoxie passen klassisch zu diesem Bild.
Einsatztaktik, Eigensicherung & MANV
Frage 4 von 13
Sie werden zu einem Hilferuf in eine Wohnung alarmiert. Vor Ort hören Sie Schreie und lauten Streit, ein Verletzter liegt sichtbar im Hausflur. Was ist als Erstes richtig?
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Richtig: B) Gefahr erkennen, Abstand halten, Polizei nachfordern – erst bei gesicherter Lage hinein
GAMS steht für Gefahr erkennen, Absperren, Menschenrettung, Spezialkräfte nachfordern. Die Eigensicherung des Teams hat Vorrang: Erst wenn die Polizei die Lage gesichert hat, geht das Team zum Patienten.
Frage 5 von 13
Sie sind als erstes Team an einem Großbrand mit mehr als 20 Verletzten. Welche Führungskräfte fordern Sie nach, und wofür sind sie zuständig?
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Richtig: A) LNA für die medizinische und OrgL für die organisatorische Leitung am Schadensort
Beim Massenanfall von Verletzten (MANV) übernimmt der Leitende Notarzt (LNA) die medizinische Gesamtleitung, z. B. Sichtung und Behandlungsprioritäten. Der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL) steuert Kommunikation, Patientenablage und Transportorganisation. Ab welcher Stufe beide alarmiert werden, regelt der jeweilige Rettungsdienstbereich.
Frage 6 von 13
Sie erreichen als erstes RTW-Team einen Schadensort mit 12 Verletzten. Welches Vorgehen entspricht dem START-Prinzip?
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Richtig: E) Erst alle Patienten nach Schema sichten (Gehen, Atmung, Kreislauf, Bewusstsein)
Beim MANV übernimmt das erste Team die Sichtung statt der Einzelversorgung: Gehfähigkeit, Atmung, Atemfrequenz, Rekapillarisierung, Bewusstsein. Parallel gehen Lagemeldung und Nachforderung von LNA und OrgL an die Leitstelle; jeder Patient wird einer Sichtungskategorie zugeordnet.
Frage 7 von 13
MANV mit 12 Verletzten: Sie sichten eine bewusstlose Patientin mit Atemfrequenz 36/min, tastbarem Puls und schweren offenen Verletzungen beider Unterschenkel. Welche Kategorie ergibt sich nach mSTaRT?
Eine Atemfrequenz über 30/min ist im mSTaRT-Algorithmus ein Kriterium für T1 (rot); Bewusstlosigkeit und die schweren Verletzungen bestätigen die Einstufung. T1 bedeutet höchste Behandlungs- und Transportpriorität.
Recht & Dokumentation
Frage 8 von 13
Ein 82-jähriger Patient mit fortgeschrittener Krebserkrankung ist reanimationspflichtig. Die Angehörigen legen eine schriftliche Patientenverfügung mit ausdrücklichem Reanimationsverzicht vor. Was gilt rechtlich?
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Richtig: A) Trifft sie eindeutig auf die aktuelle Lage zu, ist sie bindend; im Zweifel gilt: für das Leben
Nach §§ 1827 f. BGB ist eine Patientenverfügung bindend, wenn ihre Festlegungen auf die aktuelle Lebens- und Behandlungssituation zutreffen. Ist das unklar oder die Verfügung nicht eindeutig, gilt „in dubio pro vita". Die Entscheidung wird dokumentiert.
Frage 9 von 13
Ein 78-jähriger Patient hat nach Reanimation wieder einen Spontankreislauf. Die Tochter zeigt einen handgeschriebenen Zettel der Ehefrau: „Mein Mann will nicht reanimiert werden", datiert 2020, ohne Unterschrift des Patienten. Wie verhalten Sie sich rechtlich korrekt?
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Richtig: B) Weiter versorgen – ohne Unterschrift des Patienten ist das keine wirksame Verfügung
Eine Patientenverfügung muss schriftlich vorliegen und vom Patienten selbst unterschrieben sein (§ 1827 BGB). Ein Zettel der Ehefrau erfüllt das nicht. Im Zweifel wird weiter versorgt; die Klärung erfolgt nachträglich in der Klinik.
Frage 10 von 13
Nach einem Verkehrsunfall fragt die Polizei am Einsatzort: „Hat der Patient Alkohol getrunken? Welche Verletzungen hat er?" Der Patient ist bewusstlos. Welche Auskunft dürfen Sie geben?
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Richtig: C) Keine Angaben zu Verletzungen oder Alkohol – beides fällt unter die Schweigepflicht
Auch das Rettungsdienstpersonal unterliegt der Schweigepflicht nach § 203 StGB. Ohne Einwilligung des Patienten oder eine gesetzliche Offenbarungspflicht dürfen Angaben zu Verletzungen oder Substanzkonsum nicht an die Polizei gegeben werden.
Frage 11 von 13
Ein 45-jähriger Patient mit Verdacht auf akutes Koronarsyndrom lehnt nach Aufklärung den Transport ab. Er ist orientiert (GCS 15) und wirkt einwilligungsfähig. Wie dokumentieren Sie rechtssicher?
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Richtig: B) Aufklärung schriftlich festhalten, Unterschrift des Patienten und Zeugen, Hinweis auf 112
Ein einwilligungsfähiger Patient darf einen Transport ablehnen. Rechtssicher wird das durch eine strukturierte Dokumentation: Inhalt der Aufklärung (z. B. Verdacht auf Herzinfarkt, Lebensgefahr), Unterschrift des Patienten, namentlich genannte Zeugen und der Hinweis, bei Verschlechterung erneut 112 zu wählen.
Hygiene & Kommunikation
Frage 12 von 13
Nach einem erfolglosen Punktionsversuch halten Sie eine benutzte Venenverweilkanüle in der Hand. Wie entsorgen Sie sie nach TRBA 250?
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Richtig: C) Ohne Zurückstecken der Schutzkappe sofort in einen stichfesten Abwurfbehälter
Recapping ist nach TRBA 250 verboten – es ist eine häufige Ursache von Nadelstichverletzungen. Spitze und scharfe Gegenstände kommen sofort in einen durchstich- und bruchsicheren Abwurfbehälter, der nur bis zur Füllgrenze befüllt und dann verschlossen wird.
Frage 13 von 13
Sie übergeben einen polytraumatisierten Patienten im Schockraum. Welches Schema strukturiert die Übergabe in etwa 60–90 Sekunden?
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Richtig: D) ISBAR mit ABCDE-Status: Identifikation, Situation, Vorgeschichte, Einschätzung, Empfehlung
ISBAR steht für Identification, Situation, Background, Assessment, Recommendation. Im Assessment wird der ABCDE-Status mit Vitalwerten und bisherigen Maßnahmen berichtet; kritische Werte werden im Closed-Loop bestätigt.
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Lernmaterial für die Ausbildung, keine Handlungsanweisung für den Einsatz. Medikamente und Dosierungen sind auf dieser Seite bewusst ausgespart. Maßgeblich sind die aktuellen Leitlinien (z. B. ERC) und die Vorgaben deines Rettungsdienstbereichs und deiner Schule.